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Rekordumsatz bei Online-Einkäufen

30.10.2007 | 09:33 Uhr |

Die Verbraucher geben im Internet so viel Geld aus wie noch nie. Die deutschen Online-Shopping-Umsätze mit Waren und Dienstleistungen werden verschiedenen Schätzungen zufolge in diesem Jahr auf eine Rekordhöhe zwischen knapp 17 und gut 18 Milliarden Euro steigen. Damit wird der Einkauf per Mausklick in Deutschland immer beliebter und findet auch unter den älteren Menschen zunehmend Nutzer.

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Gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Einzelhandels von mehr als 390 Milliarden Euro sind die Internet-Umsätze aber nach wie vor nur ein Bruchteil von wenigen Prozenten.

Die deutschen Verbraucher werden in diesem Jahr die Rekordsumme von voraussichtlich 16,8 Milliarden Euro bei Online-Shopping-Touren ausgeben, erklärte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) am Montag in Düsseldorf auf der Basis einer repräsentativen Umfrage. Davon entfielen fast 11 Milliarden Euro Umsatz auf Waren. Hinzu kämen noch fast sechs Milliarden Euro Umsatz mit digitalen Dienstleistungen wie Ticketbuchungen und Downloads. "Das Internet ist und bleibt der Wachstumsmotor der Versandhandelsbranche", sagte der Hauptgeschäftsführer des bvh, Thomas Steinmark.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erwartet 2007 sogar einen Online-Gesamtumsatz von 18,3 Milliarden Euro. Das würde nach Rechnung des HDE gegenüber 2006 einem Plus von zwei Milliarden Euro beziehungsweise 12 Prozent entsprechen. "Das läuft nicht am stationären Einzelhandel vorbei", sagte HDE-Wirtschaftsexperte Olaf Roik. Etwa 50 000 stationäre Händler böten zusätzlich im Internet Waren an. Der Gesamtumsatz des deutschen Einzelhandels wird nach Schätzung des HDE 2007 um nominal 0,5 Prozent auf 394 Milliarden Euro steigen. Etwa drei Prozent entfielen auf Waren im Internet.

Das meiste Geld wird laut bvh online für Bekleidung, Textilien und Schuhe ausgegeben. Erwartet werden 3,9 Milliarden Euro in diesem Jahr - das wäre ein Plus von 40 Prozent. Zweitstärkste Kategorie seien Medien, Bild- und Tonträger mit plus 11 Prozent auf fast 2 Milliarden Euro. Bei Unterhaltungselektronik werde dagegen ein Minus im Online-Handel von 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro erwartet. Bei den Dienstleistungen liege der Schwerpunkt umsatzmäßig mit mehr als einem Drittel bei Flug- und Bahntickets sowie Mietwagen. Am häufigsten bestellt würden im Dienstleistungsbereich Musikdateien.

Der bvh rechnet mit einem weiteren Aufwärtstrend, wenngleich die Zuwachsraten abflachten. So wird bei den Online-Warenkäufen 2007 ein einstelliges Umsatzplus von 9 Prozent erwartet nach 35 Prozent im Jahr zuvor. Dabei spiele aber auch eine Statistikumstellung eine Rolle. Der bvh verwies auf eine andere Erhebung, der zufolge die Gemeinde der Online-Käufer in Deutschland in Jahresfrist um etwa 2 Millionen auf fast 30 Millionen stark gestiegen sei. Die zunehmende Nutzung von Internet-Flatrates gebe Rückenwind für Online-Händler.

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