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Know-How: Objektive an DSLR-Kameras nutzen

19.09.2006 | 14:55 Uhr |

Im professionellen Einsatz wie auch bei vielen Fotoamateuren finden sich immer mehr Kameras mit Wechselobjektiven und einem Sensor statt Film. Analog zur Entwicklung im Film stellt nicht mehr der Sensor den qualitätsbegrenzenden Faktor dar, sondern Optik und System müssen auf hohem Niveau harmonieren.

In der guten alten Zeit, als Licht von empfindlichen Silbersalzen aufgenommen und in einem chemischen Prozess in einen stabilen und weiter verwertbaren Datenträger umgewandelt wurde, war alles ganz einfach: Der Film ist ein tolerantes Aufnahmemedium, bei dem gilt, je mehr desto besser.

Also liefern Kleinbildfilme eine gute Qualität, Mittelformatfilme eine bessere und Großformatfilme die Krönung. Beim Film kann man Empfindlichkeit, Körnigkeit, Farbcharakter und Kontrast individuell auswählen und bekommt sehr konstante Ergebnisse. Die Bildqualität war eine Domäne des Objektivs, das Ergebnis konnte nur so gut sein wie das von der Optik projizierte Bild. Eine offene Blende beschränkt die Auflösung und führt zu einer Randabdunklung. Lichtstarke Objektive bedeuteten qualitative Einschränkungen und lichtschwache verweigerten Flexibilität bei wenig Licht oder Kreativität durch niedrige Schärfentiefe.

Nikon D2X: Auch bei Profikameras beschränkt sich Nikon bislang auf das APS-Format. Ein kleinerer Bildkreis ist die Folge – gut für Teleaufnahmen und schlecht für Landschaftsfotografen
Vergrößern Nikon D2X: Auch bei Profikameras beschränkt sich Nikon bislang auf das APS-Format. Ein kleinerer Bildkreis ist die Folge – gut für Teleaufnahmen und schlecht für Landschaftsfotografen

Die Aufgabe der Kamera war, Objektiv und Film möglichst präzise zu kombinieren und die klassischen Bedienfunktionen auf die Anwendungsbedürfnisse des Fotografen zu optimieren. Bewegte man sich in einem System wie Kleinbild und investierte in vergleichbare Preisklassen, war die Wahl des Herstellers eher philosophischer Natur oder aus persönlicher Überzeugung als Unterschiede der qualitativen Leistungsfähigkeit geschuldet.

Der digitale Wandel

Canon EOS 5D: Ein Vollformatsensor kommt bei den Profikameras von Canon zum Einsatz. Dieser ist teurer als das APS-Format, so kostet die günstigste Vollformatvertreterin EOS 5D rund 2800 Euro – ohne Objektiv.
Vergrößern Canon EOS 5D: Ein Vollformatsensor kommt bei den Profikameras von Canon zum Einsatz. Dieser ist teurer als das APS-Format, so kostet die günstigste Vollformatvertreterin EOS 5D rund 2800 Euro – ohne Objektiv.

Mit der digitalen Fotografie ändert sich die Situation grundlegend. Im Gegensatz zum Filmtyp, der in jeder beliebigen Kamera verwendet werden konnte, sind digitale Sensoren der verschiedenen Hersteller fest eingebaut und sehr unterschiedlich abgestimmt. Hier greifen Fähigkeiten des Sensorherstellers wie Sony, Panasonic oder Fuji sowie individuelle Abstimmungen des Kameraherstellers beim Low-Pass-Filter wie auch bei der anschließenden Signalaufbereitung in der Kamera. So kann das gleiche Objektiv an unterschiedlichen Kameras eines oder mehrerer Hersteller unterschiedliche Ergebnisse liefern. Der kritische Punkt liegt in den Bedürfnissen des digitalen Sensors, die sich vom Film elementar unterscheiden und die ein Objektiv berücksichtigen muss.

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