990608

Koalitionspläne gegen „Killerspiele“ in der Kritik

11.04.2008 | 10:55 Uhr |

Die Pläne der Bundesregierung, Jugendlichen den Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen zu erschweren, stoßen bei der Opposition auf große Skepsis.

Doom 3 Screen
Vergrößern Doom 3 Screen

Der FDP-Medienexperte Christoph Waitz sprach am Donnerstagabend bei der ersten Lesung im Bundestag von einem wirkungslosen „Gesetzes- Placebo“. Der jugendpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Kai Gehring, bezeichnete das Gesetzesvorhaben als populistische „Symbolpolitik“. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will mit ihrem Gesetz die Kriterien ausweiten, durch die Gewaltvideos und sogenannte Killerspiele als jugendgefährdend auf dem Index landen. Zudem ist vorgesehen, die Altersbeschränkungen auf CDs und DVDs größer zu drucken. Derzeit sei die Kennzeichnung kaum mit der Lupe zu erkennen, erklärte von der Leyen bei der Bundestagsdebatte. Waitz beklagte jedoch, der Gesetzentwurf vermittle nur den Anschein, das Problem zu lösen. Altersbeschränkungen und Verbote könnten durch Internet-Tauschbörsen leicht umgangen werden. Gehring forderte abschreckende Bußgelder für Verstöße gegen den Jugendschutz. Der familienpolitische Sprecher der Linksfraktion, Jörn Wunderlich, ergänzte, wirkungsvoller als Verbote und Sanktionen seien flächendeckende Angebote zur Förderung der Medienkompetenz. Von der Leyen warb hingegen nachdrücklich für ihr Vorhaben. Der Staat müsse dafür sorgen, dass Jugendliche keinen Zugang zu schädlichen Medieninhalten haben. Es bleibe nicht ohne Auswirkungen, wenn für den Nachwuchs Gewalt zum normalen Begleiter im Alltag wird. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
990608