Von Redaktion Macwelt - 26.12.2012, 05:59

Jahresrückblick

Kodak beantragt Insolvenz

Kodak beantragt Insolvenz

In das Ende des Fotopioniers ist auch Apple verwickelt. Gemeinsam hatte man schon in den Neunzigern eine Digitalkamera entwickelt, sie aber nicht vermarktet - nun streiten sich die Unternehmen um die Patente.
Eastman-Kodak und seine US-Töchter haben nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts Gläubigerschutz beantragt, um sein Geschäft restrukturieren zu können. Der in New York eingereichte Insolvenzantrag erfolge auf freiwilliger Basis, erklärt das Unternehmen. Der einstige Fotopionier hatte in den letzten Jahren damit zu kämpfen, den Übergang aus dem analogen in das digitale Zeitalter der Fotografie verschlafen zu haben. Zuletzt ließ Eastman Kodak mehr durch Patentklagen gegen HTC, Samsung und Apple von sich hören machen als durch Produktinnovationen. Im November hatte Eastman Kodak einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden US-Dollar für 2011 prognostiziert, die Verluste würden zwischen 400 und 600 Millionen US-Dollar betragen. Die Struktur des Unternehmens hat Kodak erst zu Beginn dieses Jahres umgebaut.
Seit Juli letzten Jahres hatte Kodak versucht, mit der Veräußerung zahlreicher Patente rund um digitales Imaging seinen Cash-Flow zu verbessern, man habe eine "erhöhte Nachfrage nach geistigem Eigentum" feststellen können. Rund 1.100 US-Patente habe Kodak in seinem Portfolio. Die Klagen gegen die Gewinner der Digitalisierung Apple, Samsung und HTC dienten anscheinend vorwiegend dem Zweck, den Wert der Patente zu steigern. Das Beispiel des Patent-Portfolios von Nortel Networks, das für einen Preis von 4,5 Milliarden US-Dollar an ein Konsortium ging, dem unter anderem Apple und Microsoft angehören, mag Kodak Mut gemacht haben. Google hatte im Gegenzug im Herbst 2011 Motorola Mobility und dessen Patentportfolio für 12,5 Milliarden US-Dollar gekauft.
Kodaks Patente um digitale Aufnahmen haben dem Unternehmen zufolge seit 2003 3 Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren in die Kassen in Rochester im US-Bundesstaat New York gespült, mehr als 30 Unternehmen hätten die Kodak-Technologien lizenziert, etwa LG, Motorola und Nokia.
Die Umstrukturierungen will Kodak bis 2013 abgeschlossen haben, 13 Fabriken und 130 Labore habe man seit 2003 bereits geschlossen und dabei die Mitarbeiterzahl um 47.000 reduziert. Der Umbau der Firma soll die Liquidität des Unternehmens erhöhen und strategisch weniger wichtiges geistiges Eigentum monetarisieren, damit man sich auf seine wertvollsten Sparten konzentrieren könne, erklärt Eastman Kodak. Während des Gläubigerschutzes will Kodak seine Geschäfte aufrecht erhalten und hofft, dafür genügend Barmittel zur Verfügung zu haben.
Warum Eastman Kodak vom einstigen Inbegriff der Hobbyfotografie zum Problemfall werden könnte, haben die Kollegen von brand eins schon vor mehr als fünf Jahren treffend analysiert. Den Weg vieler Fehlentscheidungen zeichnet ebenso The Economist in einem aktuellen Beitrag nach.
Auf einige der zur Versilberung stehenden Patente erhebt jedoch Apple Anspruch. Bestimmte Patente, die Kodak zum Verkauf gibt, gehören entweder Apple oder seien Gegenstand eines noch nicht abgeschlossenen Patentstreits, gibt der iPhone-Hersteller an. Kodak habe Apples Technologie "missbraucht" und selbst zu patentieren versucht, behauptet Apple.
Eines der fraglichen Patente beschreibe wie man digitale Aufnahmen auf einem LCD-Bildschirm in der Vorschau anzeige, heißt es weiter. Apple gehöre demnach nicht nur das Patent sondern auch die von Motorola, Samsung, LG und anderen Kameraherstellern gezahlten Lizenzgebühren. Die Patente beruhen auf der Zeit, in der Apple und Kodak gemeinsam an den Digitalkameras der Quick-Take-Reihe arbeiteten, von 1994 bis 1997. Kodak hatte noch kurz vor seinem Insolvenzantrag Apple, HTC und Samsung verklagt, um den Wert der Patente zu erhöhen. Später im Jahr erlaubt ein Gericht Kodak die Veräußerung der Patente, das Recht an den Patenten ist bis Ende 2012 aber nicht vollständig geklärt.
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