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Kommentar: Alles wird kleiner

22.01.2001 | 00:00 Uhr |

Im "dritten goldenen Zeitalter" des Personal Computers sollen Macs als "digital hub" eine wesentliche Rolle spielen. Apple ist aber nicht der erste Hersteller, der auf den fahrenden Zug aufspringt

Auf der vergangenen Keynote vertrat Steve Jobs die Ansicht, der Mac
werde zunehmend zum Vermittler zwischen verschiedenen
Peripheriegeräten. Er sieht den Rechner zunehmend als eine Art
Basisstation, der Daten mit Digitalkamera, MP3-Player, Organizer und
anderen portablen Geräten austauscht.
In diesem Punkt ist Jobs auf der richtigen Fährte. Nach der ständigen
Erreichbarkeit, die uns der Durchbruch von Handys beschert hat, sind
nun die Daten an der Reihe, die überall und zu jeder Zeit zur
Verfügung stehen sollen.
Ein wichtiger Wegbereiter für diese Entwicklung war die Einführung
der USB-Schnittstelle, die sich sowohl am PC wie auch am Mac
großflächig durchgesetzt hat. Sie macht die Übertragung von Daten um
vieles einfacher als es etwa mit SCSI der Fall war. MP3-Player
beispielsweise steckt man an die USB-Schnittstelle der Tastatur, die
entsprechend angepasste Musiksoftware findet den Player und per
drag-and-drop kopiert man die Musikdaten auf den Speicherchip des
Players. Digitalkameras melden sich per USB und TCP/IP am Mac an,
erscheinen als Volume auf dem Schreibtisch und stellen die Bilddaten
zur Verfügung. Umgekehrt funktioniert die Kamera auch als Datenträger
und nimmt Notitzen sowie Audio- oder Bilddaten auf. Organizer
gleichen auf Knopfdruck Terminkalender und Adressdatenbanken mit
denen des Mac ab. Speichermedien fassen inzwischen Datenmengen im
Gigabyte-Bereich und sind dabei so klein, dass man Angst haben muss,
sie in der Hosentasche zu verlieren.
Die Liste der Peripheriegeräte lässt sich fortsetzen und wird
wachsen. Zwar haben all diese Geräte im Moment einen hohen Preis und
sind zum Teil noch mit Kinderkrankheiten geschlagen, doch ist die
Entwicklung klar: Die Geräte werden immer kleiner, vielseitiger und
auch günstiger werden. Steve Jobs ist zwar mit seiner Erkenntnis
nicht der erste, betrachtet man die Entwicklung auf dem PC-Markt, die
zumindest hinsichtlich der Kompatibilität mit dem Rechner immer noch
die Nase vorn hat, aber es ist richtig, jetzt auf den Zug
aufzuspringen. Besser spät als nie.

Dorothee Chlumsky

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