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Kommentar: Eile mit Weile

26.07.2001 | 00:00 Uhr |

Die Enttäuschung war in New York groß: Das Update auf Mac-OS X 10.1 gibt es erst im September. Und dann verlangt Apple auich noch Geld für eine CD. Es geht aber wohl nicht anders.

Es war nicht Xpress 5, es war nicht das iMac-Upgrade und auch nicht das neue G4-Schlachtross, das dem New Yorker Keynote-Publikum Staunen und Applaus abrang. Der Blick auf die nächste Version von Mac-OS X elektrisierte die Gemeinde. Ein schnelles, kompatibleres und komfortableres System würde den Leidensweg von der Public Beta bis zur Version 10.0.4 vergessen machen, sagten sich die schwer geprüften Anwender. Und fühlten sich mit einem Mal wieder mit Apple, mit Steve Jobs und mit ihrem Macintosh versöhnt.

Doch leider hieß es auch diesmal, wie in Sachen Mac-OS X inzwischen Brauch: Abwarten, gut Ding will schließlich Weile haben. Das Update gebe es nicht gleich nach der Keynote per Knopfdruck auf den Button "Jetzt aktualisieren", sondern erst im September, und zwar gegen Vorkasse und per Post. Nun gut, sagte sich der brave Macianer. Die ewige Warterei zehrt an den Nerven, aber angesichts dieser spektakulären Neuerungen schlägt sie doch in Vorfreude um. Nur dass wieder fünfzig Mark und ein Briefwechsel mit dem Versandzentrum in Irland fällig werden, das ist starker Tobak. 80 Mark hatte schon die Beta gekostet, 330 Mark dann die Finalversion.

Aber es geht nicht anders. Das Update ist selbst für den Download per Breitbandleitung viel zu groß. Vom Dock über die Festplattentreiber bis hin zum Apache-Server erneuert Apple das gesamte System. Demutsgesten sind nun einmal nicht die Sache von Steve Jobs. Vielleicht wäre er ansonsten auf die Knie gefallen und hätte auf Augenhöhe mit dem Publikum gefleht: "Nur einmal noch, nur noch dieses eine Mal...".

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