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Kommentar: Quicksilver - Schnell aber laut

23.08.2001 | 00:00 Uhr |

Steve Jobs war vor einem Jahr noch stolz auf lüfterlose iMacs und Cubes, doch hat Apple jetzt stillschweigend den aktuellen Profimodellen drei Lärmquellen verpasst. Von Stillschweigen ist keine Rede mehr.

Aktuelle Power Macs G4 haben sie jetzt endlich: schnelle Grafikkarten mit 32 MB oder 64 MB und Prozessoren ab 733 MHz. Gleichzeitig macht sich aber ein unangenehmer Unterschied gegenüber bisherigen Modellen bemerkbar: Die Laustärke dieser Porsche unter den Apple-Rechnern. Die aktuellen Quicksilver-Modelle sind weit lauter als ihre Vorläufer, mit denen man beinahe lautlos arbeiten konnte. Ein Programm wie Nisus Writer lud alle Dateien in den Arbeitsspeicher, die Festplatte ließ sich per Kontrollfeld ausschalten und kein Lüftchen regte sich mehr.
Grund für den Lärm, der von den im Juli vorgestellten Rechnern ausgeht, ist zum einen eine schnelle Nvidia-Grafikkarte, die im Gegensatz zur alten 16-MB-Karte von ATI einen eigenen Lüfter benötigt. Geräuschempfindlichen Nutzern mag dieser Krach vielleicht die "zeitgemäßen" 64 MB Grafikspeicher vermiesen. Bei den meisten 2D-Anwendungen wie DTP oder Internet würden 16 MB schließlich genügen. Auch der G4-Prozessor mit 733 MHz hat jetzt seinen eigenen Lüfter. Eigentlich ist ja Motorolas Power-PC-Prozessor den Intel- und AMD-Prozessoren überlegen, was was die Wärmeentwicklung betrifft. Anders sieht es jedoch offenbar bei Taktrate ab 733 MHz aus. Der nun dritte Lüfter des Power Macs ist hier am Werke, aber alles andere als still.

Ein Comupter hat aber noch weitere Geräuschquellen, CD-Laufwerk und Festplatte. Superdrive und CD-Brenner sind glücklicherweise nicht die lautesten Vertreter ihrer Sorte, hörbar sind sie trotzdem. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass aktuelle Festplatten nicht mehr die alten Krachmacher sind. Offenbar haben die Hersteller von Festplatten leisen Lauf als neues Verkaufsargument entdeckt. Aktuelle Festplatten sind denn auch geräuschärmer als vor ein, zwei Jahren.
Die übrigen Lärmquellen sorgen aber trotzdem für ein lautes Betriebsgeräusch. Der summierte Krach lässt eigentlich nur noch eine Wahl: Den neuen integrierten Lautsprecher nutzen und mit MP3, Radio oder CD einen noch lauteren Sound erzeugen und den Mac übertönen. Weitere Möglichkeit: einen lüfterlosen iMac oder einen der letzten alten Cubes erwerben. Dank "langsamer" Prozessoren und Grafikkarten kamen sie noch ohne Lüfter aus. Zumindest theoretisch. So sollen die mittlerweile nicht mehr produzierten Designer-Würfel doch recht oft unter Hitzeausfällen gelitten haben.
Stephan Wiesend

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