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Update: Nokia hat HERE Maps veröffentlicht

21.11.2012 | 11:00 Uhr |

Vor einigen Tagen angekündigt, ist die Alternative zu Apples eigener Karten-App zum Download im App Store verfügbar

Update: Inzwischen ist HERE Maps in Apples App Store angekommen. Der Download, der  für iPhone und iPad verfügbar ist, wiegt dabei angenehm schlanke 3,7 MB.

Nokia hat es damit geschafft, der Veröffentlichung einer eigenen nativen Maps Applikation von Google zuvor zu kommen und damit Googles Planungen empfindlich zu stören. Die Performance von HERE Maps ist schon jetzt  ordentlich: Vor allem die Anzeige von Live-Verkehrsdaten, sowie die Informationen zu Restaurants, Bars und anderen "Points-of-Interest" (Sehenswürdigkeiten und besondere Orte) machen die App zu mehr als einer bloßen Alternative.

Über diese Komfortfunktionen hinaus bietet HERE außerdem hervorragendes und zuverlässiges Kartenmaterial. Das Highlight ist die Möglichkeit, Kartendaten beispielsweise vor einer Reise im heimischen WLAN-Netzwerk herunterzuladen und lokal zu speichern, um so auch ohne Mobile Daten an das Kartenmaterial heranzukommen. Nutzt man diese Möglichkeit, kann die Größe der App jedoch schnell auf mehrere hundert MB anwachsen. HERE Maps ist im Moment nur in englischer Sprache verfügbar und vom Format her an das iPhone 5 angepasst. Leider sind aber die meisten Karten und Menüs noch nicht in Retina-Auflösung verfügbar. Zudem unterstützt die App im Moment keine Vektorgrafiken.

So unschuldig sieht er in der Kartenansicht aus, der alltägliche Stau auf der Münchner Leopoldstraße.
Vergrößern So unschuldig sieht er in der Kartenansicht aus, der alltägliche Stau auf der Münchner Leopoldstraße.

Ursprüngliche Meldung: Der Launch der neuen Apple Karten-App im Zuge der Veröffentlichung von iOS 6 sorgte für großen Wirbel. Apple verwies auf seiner Homepage sogar auf die Browser-basierten Version von Google Maps, um seinen unzufriedenen Kunden eine Alternative bieten zu können.

Jetzt hat der finnische Hersteller Nokia angekündigt, seinen Kartendienst "here" in App-Form gratis unter anderem für iOS anzubieten. Der CEO von Nokia, Stephen Elop, begründet diesen Schritt gegenüber der New York Times damit, dass man eine breite Nutzerbasis brauche, um die eigene Karten-Plattform erfolgreich im Konkurrenzumfeld betreiben zu können. Nokia setzt für seine Karten-App unter anderem auf Zu-Fuß-Navigation mit gesprochenen Ansagen und einer weitgehenden Integration des ÖPNV in seine Karten. Ein weiterer Vorteil der Karten-App von Nokia: Gewünschte Abschnitte beispielsweise für das geplante Besuch in Florenz lassen sich im heimischen Netzwerk herunterladen und vor Ort offline nutzen.

So sieht die Safari-Version von "here" aus.
Vergrößern So sieht die Safari-Version von "here" aus.

Eine iOS-Version der Nokia-Karten dürfte vor allem Google wenig gefallen, steht doch nach wie vor eine Veröffentlichung von Google Maps für iOS aus. Für iOS-Anwender ist die Konkurrenzsituation aber nur von Vorteil: Kein Anbieter von Kartendiensten, weder Apple selbst, noch Google oder Nokia, können sich künftig unausgereifte Maps-Produkte leisten und werden wohl von der Nutzerschaft bestraft.

Wir geben dennoch zu Bedenken, dass Apples eigene Karten-App sehr tief in iOS 6 verankert ist. Als User hat man dann zwar eine gute und zuverlässige Drittanbieter-App von Nokia oder Google auf dem Gerät, die Apple-eigenen (und eine Vielzahl anderer) Anwendungen werden aber weiterhin die Schnittstelle der Karten-App von Apple nutzen. Und dass Apple die entsprechenden Schnittstellen für die  Konkurrenz öffnet, darf doch stark bezweifelt werden.

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