922492

Konkurrenz für Apples Compressor

26.05.2004 | 12:57 Uhr |

Die Aachener Firma Main Concept hat ihren beliebten MPEG2-Encoder erstmals auch für den Mac herausgebracht. Wir sprachen mit dem Firmengründer und Firmenleiter Markus Mönig.

Will man einen Film auf DVD brennen, benötigt man einen MPEG2-Encoder. Einer der anerkannt besten Encoder auf dem Video-Markt ist der MPEG2-Encoder von Main Concept, der jetzt erstmals auch für den Mac verfügbar ist. Der 250 Euro teure MPEG1/MPEG2-Encoder importiert Quicktimefilme und MPEG-Dateien und richtet sich vor allem an professionelle Videobearbeiter. Messdaten der Mac-Version liegen uns bisher noch nicht vor, laut Tests in Fachmagazinen soll die Windows-Version trotz hohem Tempo noch bessere Qualität erzielen können als Apples MPEG-Encoder Compressor. Die deutsche Firma verkauft ihr Konvertierungsprogramm als eigenständiges Programm für Windwos und Mac, ist aber auch als OEM-Lieferant tätig. Erstellt man mit Adobe Encore oder Premiere DVDs, übernimmt die MPEG2-Encodierung der Encoder von Main Concept. Weitere Kunden sind Firmen wie ACD, Ulead, Discreet oder Microsoft.

Macwelt: Herr Mönig, was war für Sie der Anlass, eine Mac-Version ihres MPEG-Encoders herauszubringen?

Wir sind zurzeit auf der Windows-Plattform mehr oder weniger Markführer bei Codecs, haben im OEM-Bereich Firmen wie Adobe, Microsoft, Discreet und Sorensen hinter uns und der Mac ist für uns interessant, da hier sehr viel Videosoftware im Gebrauch ist. Und bisher gab es hier auch noch keinen perfekten High-End-Encoder.

Macwelt: Andererseits hat Apple vor kurzem mit Compressor einen stark verbesserten MPEG-2-Encoder für Final Cut Pro und DVD Studio Pro vorgestellt. Wo sehen Sie da das Einsatzgebiet von Main Concept?

Wir haben bereits einige OEM-Kunden gewonnen, die ich aber nicht alle nennen darf. Einer davon ist etwa LumiereHD, die für Final Cut Pro ein HDV-Plug-in anbieten, das im Juni herauskommt. Wir sehen also zum einen im OEM-Bereich einige Chancen und im Endkundenbereich läuft es bereits recht gut. Wir haben bereits recht viele Programme abgesetzt.

Macwelt: Bereits eine Woche nach der Programm-Vorstellung?

Ja, das ist wahr. Ich sehe es so: bisher waren Encoder für den Mac entweder sehr flott und hatten dafür Qualitätsprobleme, etwa wie Apples alter Encoder, oder sie waren bei guter Qualität sehr langsam. Unser Encoder ist dagegen sehr schnell und erzielt trotzdem eine gute Qualität. Und ich denke diese Kombination gab es bisher noch nicht.

Macwelt: Welche Zielgruppe haben sie denn vor allem im Auge. Eher den Profi oder den Endanwender?

Das hängt davon ab, was Sie unter einem Endanwender verstehen. Der Endanwender, der seine DV-Filme auf DVD brennt, kann mit den bereits existierenden Encodern eigentlich zufrieden sein. Wenn er nicht eine ganze Nacht auf seine DVD warten will, hat er mit unserem Codec natürlich einen gewissen Vorteil. Ich denke beide Zielgruppen, Heimanwender und Profi sind interessant, aber wir werden den Heimanwender eher durch unsere OEM-Partner erreichen.

Macwelt: Warum kostet der Encoder weit mehr als die Windows-Version?

Wir haben einen recht hohen Aufwand für die Portierung betrieben und wollen diese Kosten auch wieder herein bekommen. So war etwa die Altivec-Optimierung doch recht aufwendig. Der Encoder leistet dafür bestmögliche Leistung. Der Mac-Markt ist einfach recht klein und hochpreisig. Wir haben den Preis aber an den unserer Konkurrenten angepasst. So sind wir immer noch preiswerter als etwa Heuris.

0 Kommentare zu diesem Artikel
922492