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Konkurrenz zu Powerpoint

07.01.2003 | 22:14 Uhr |

Apples neues Präsentationsprogramm Keynote bringt Farbe in den Büroalltag - und womöglich Zornesröte in die Gesichter der Microsoftschen Mac BU.

Auch wenn Steve Jobs die Konkurrenz aus Redmond während der seiner Rede mehrfach lobend erwähnte, gab er dem Software-Riesen manche Kröte zu schlucken. Eine davon ist das neue Präsentationsprogramm Keynote, mit der Steve Jobs vor allem den wachsenden Markt mobiler Anwender bedienen will. Das in der Demo sehr schnell reagierende und leicht zugänglich wirkende Programm ist daher auch in seiner Optik sehr an Powerpoint angelehnt. So können sich auch hier die Switcher schnell zu Hause fühlen.

Jobs als erster Betatester


Ganz speziell für Steve Jobs soll sie entwickelt worden sein, Apples neue Präsentationssoftware Keynote. Auch wenn der Apple-Chef als eifrigster Betatester schon einige Übung mit dem Programm zu haben scheint, sollen auch alle anderen Anwender schnell, intuitiv und mit wenigen Mausklicks optisch perfekte Präsentationen bauen können. Besonderen Wert hat Apple dabei auf gut lesbaren Text gelegt, der sich wie bei der Keynote-Demo sichtbar stufenlos vergrößern und verkleinern lässt, ohne dabei an Schärfe zu verlieren. Dies, die Fähigkeit zum Zoomen und drehen bei Grafiken, sowie die anderen neuen Effekte wie stufenlos einstellbare Transparenzen und nahtlose Übergänge verdankt Keynote Apples Hardware-Technologien Quartz Extreme, OpenGL und der Unterstützung von Alpha-Kanälen.


Erleichtert wird das Erstellen von Grafiken durch eine Reihe von Linealen, ein konfigurierbares Raster von Hilfslinien und frei platzierbare ÑAnfasserì, mit denen sich jedes Objekt verschieben, in der Größe verändern, drehen oder über ein anderes Objekt schieben lässt. Dynamische Schatten lassen sich ebenso zur Verbesserung der Optik einsetzen wie Animationen. Zur Hintergrundgestaltung liefert Apple 12 so genannte Themen mit. Da Keynote alle Grafikstandards wie Photoshop oder Illustrator unterstützt und Multimedia-Formate wie PDF, TIFF, Quicktime oder auch Powerpoint importiert, lässt sich das Angebot an Hintergründen und Gestaltungselementen beliebig erweitern. Zum Export bietet Keynote die Formate Powerpoint, Quicktime und PDF. Importieren lassen sich ebenfalls Präsentationen dieser Formate sowie Daten aus Excel und Apple Works.

Einfache Organisation und Gestaltung


Zur Organisation der Folien dient der Navigator, in dem alle Folien als Thumbnails zu sehen sind und sich auch nachträglich noch umgruppieren lassen. Der so genannte Inspektor ist mit dynamischen Hilfslinien, Rastern und den ÑAnfassernì die Schaltstelle zum Platzieren der einzelnen Elemente auf den Folien. Darüber hinaus bietet er ein kleines Vorschaufenster für einzelne Effekte.

Tabelle und Diagramme lassen sich völlig neu gestalten, als Vorlage stehen die üblichen Charts in Form von Säulen, Kuchen oder Kurven zur Verfügung. Diese lassen sich mit Bildern hinterlegen (hier spielt wiederum die Transparenzfunktion eine große Rolle) und bequem mit farbigen Legenden versehen. Wer an ein vorgegebenes Layout gebunden ist, kann aber ebenso fertige Charts aus Excel in Keynote einsetzen.

Die berühmt-berüchtigten "Rollecken" haben zwar keinen Einzug in das Mac-OS-X-Programm gehalte, der Ablauf lässt sich mit nahtlosen Übergängen zwischen den einzelnen Folien aber auch so abwechslungsreich gestalten. Neben Überblendungen aus allen Richtungen und Effekten wie ÑMosaikì sind in Keynote erstmals dreidimensionale Übergänge möglich, bei denen sich die Folien als Seiten eines Würfels darstellen oder umdrehen lassen.

Auch wenn die Bandbreite der gebotenen Funktionen zusammen mit Apples Anspruch, mit ihrer Software eine professionelle Grafikabteilung ersetzen zu können, sicher manchem Designer Tränen in die Augen treiben dürfte, steht mit dem hierzulande knapp 115 Euro teuren Keynote ein fröhliches, innovatives Prästentationsprogramm ins Haus, das sicher einige Farbe in den Büroalltag bringen dürfte.

Sobald unser Chefredakteur, der als Besucher der Macworld-Expo ein erstes Programmpaket ergattern konnte, einen ruhigen Winkel findet, in dem er die Software auf seinem Powerbook installieren und ausprobieren kann, liefern wir weitere Screenshots und erste Praxiseindrücke.

Keynote läuft ab Mac-OS X 10.2 (Apple empfiehlt 10.2.3), auf jedem Mac mit einem G3-Prozessor, 256 MB RAM und 8 MB Video RAM. Das Programm kostet im Applestore 114,84 Euro.
mbi

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