Von Peter Müller - 13.09.2002, 12:27

Kontroverse: InDesign gegen Quark Xpress

Im Konkurrenzkampf zwischen Adobe und Quark spielt auch Mac-OS X eine wichtige Rolle
Der Streit um das bessere Satz- und Layoutprogramm für den Macintosh tobt jetzt auf offener Bühne: Der Emporkömmling InDesign von Adobe und das etablierte Quark Xpress kämpfen gegeneinander um Ansehen und Marktanteile. Für letzteres wurde auch auf der aktuellen Seybold-Publisher-Messe kein Erscheinungsdatum für eine native Mac-OS X-Version angegeben; die Software läuft bislang lediglich im Klassik-Modus des Unix-Betriebssystems von Apple. Nur von Apples CEO Steve Jobs kam die Ankündigung, er erwarte eine baldige Ankündigung von Quark. Dagegen hat Adobe sein gegen Quark Xpress positioniertes Layoutprogramm InDesign 2 sehr frühzeitig für das Mac-OS X kompiliert. Zur Zeit legt Apple es in den USA jedem neu gekauften G4-Power Mac kostenlos bei.
In einem Bericht zu den beiden Kontrahenten zitiert der Computer-Nachrichtendienst Cnet einen Analysten von Gartner, der die Chancen für InDesign gegenüber dem Marktbeherrscher Quark Xpress speziell in der Netzwerk- und Internet-Publishing-Gesamtstrategie von Adobe sieht. Dazu habe die rechtzeitige Anpassung an Mac-OS X beigetragen. Auch Adobe-Managerin Susan Prescott meint, dass genau diese Unterstützung des Mac-OS X die Akzeptanz von InDesign deutlich gesteigert habe. Für umstiegswillige Anwender vom klassischen auf das neue Mac-OS sei die Präsenz von Adobes Layoutprogramm ein wichtiger Faktor gewesen. Wenig beeindruckt von dieser Entwicklung zeigt sich bisher Quark-Sprecher Glenn Turpin: Mit Xpress lasse sich auch unter Mac-OS 9 sehr produktiv arbeiten, die native Version für Mac-OS X erscheine "früh genug" . Dann erwarte man von Apple die gleiche Unterstützung auf dem Markt, wie sie Adobe für InDesign erhalten habe.
Wie von Publishern immer wieder angeführt wird, ist aber für den Umstieg auf Mac-OS X nicht nur das Betriebssystem und das Layoutprogramm ein Problem sondern auch die fehlende Workflowumgebung. So würde schließlich für den vollständigen Workflow mit Xpress unter Mac-OS X noch ein Distiller für Mac-OS X fehlen. Auch das Fehlen diverser Spezialprogramme und einer Vielzahl an Treibern und Plugins sind hier noch ein großes Problem.
Thomas Hartmann/sw
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