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Kostenlose Bildbearbeitung: Erster Blick auf Gimp 2.0

25.03.2004 | 15:04 Uhr |

Von zwei Linux-Programmieren 1995 ins Leben gerufen, hat sich Gimp inzwischen zu einem hochwertigen Grafik-Programm entwickelt.

Gimp steht für GNU Image Manipulation Program und ist ein kostenloses Programm zum Bearbeiten, Zeichnen und Manipulieren von Grafiken und Fotos. Die Software ist mit Plug-ins erweiterbar, Arbeitsabläufe kann der Benutzer durch Scripte automatisieren und vereinfachen. Geschrieben und entwickelt unter UNIX, läuft Gimp seit Version 1.2 mit Hilfe des Window-Managers X11 auch unter Mac-OS X. Nach drei Jahren erscheint nun die neue, laut Entwicklungs-Team, sehr stabile und professionelle Version Gimp 2.0.

Neues in Gimp

Die neue Version, erstmals offiziell auch unter Mac-OS X und Windows unterstützt, hat sich in ihren wesentlichen Funktionen wenig verändert. Die Entwickler haben das Programm nach eigenen Angaben vor allem hinter der Benutzeroberfläche verbessert und optimiert. Der Programm-Code ist klarer strukturiert, wodurch Gimp leichter zu verwalten und durch Module zu erweitern ist. Auch die grafische Oberfläche erkennt der Anwender sofort wieder und keines der Werkzeuge ist wirklich neu hinzugekommen. Die einzelnen Tools sind jedoch wesentlich sinnvoller zusammengefasst und übersichtlicher gegliedert. So ist zum Beispiel das Transform-Tool nun so strukturiert, dass sich die Funktionen Rotation, Scale, Shearing und Perspective in einem Werkzeug-Fenster befinden. Auch die Toolbox fällt durch Vereinfachungen auf: Funktionen die in der Vorgängerversion nur über Menü-Umwege zu erreichen waren, sind nun mit eignen Icons vertreten. Insbesondere das Text-Tool und das Path-Tool haben die Entwickler verbessert. Über das Text-Tool kann der Benutzer nun verschiedene Attribute wie die Schriftgröße, die Schrift selbst, und auch deren Farbe und Ausrichtung bestimmen. Die in einem kleinen Schrift-Editor vorgenommen Änderungen erscheinen zudem sofort im bearbeiteten Bild und die Schrift-Ebene des Bildes passt sich automatisch dem Texteditor an. Das Path-Tool watet mit einer veränderten Oberfläche auf und beinhaltet drei neue Editier-Funktionen. Pfade müssen zudem nicht mehr geschlossen werden. Design, Edit und Move sind die neuen Pfad-Optionen um Formen und Position einer Pfadkurve zu bestimmen und zu bearbeiten. Gimp 2.0 importiert nun auch SVG-Dateien, merkt sich deren Pfade und ermöglicht Vektor-basiertes zeichnen um Kurven mit dem Pinsel akkurat nachfahren zu können. EXIF-Dateien unterstützt die Software ebenso das MNG-Format.

Auch die generelle Handhabung der Software hat sich verbessert. Programm-Dialoge von Gimp 2.0 kann der Benutzer nun in das Dock minimieren oder mit der Tab-Taste ansteuern. Icons und Oberfläche der Software sind veränderbar und ermöglichen dem Benutzer, die Software durch verschiedene "Themes" seinem individuellen Geschmack anzupassen. Bilder speichert Gimp 2.0 auf Wunsch auch als Vorlage ab, mit der der User schnell neue Grafiken kreieren kann.

Alternative zu Photoshop?

Noch immer unterstützt die Bildbearbeitungs-Software in der neuen Version keinen CMYK-Farbraum und beschränkt sich auf RGB, indizierte Farben und Graustufen. PDF-Dokumente verschmäht das Programm ebenso und ist damit für Print-Ansprüche und die Druckvorstufe ungeeignet. Wer Gimp nur im Web-Publishing-Bereich einsetzten will oder zur Bearbeitung digitaler Bilder bekommt hingegen eine Software die es an Funktionsumfang, Werkzeugen und Filtern durchaus mit Photoshop aufnehmen kann. Zudem ist Gimp kostenlos. Lediglich 180 Megabyte Festplattenspeicher benötigt die Software zusammen mit dem ebenfalls kostenlosen Window-Manager X11. Einziger Nachteil von Gimp ist, neben der fehlenden CMYK-Unterstützung, der unvermeidliche Geschwindigkeitsverlust bei rechenintensiven Aufgaben. Dieser entsteht durch den Window-Manager der die grafische Oberflächen-Darstellung des Linux-Programms übernimmt.

Fazit

Wer mit professioneller Bildbearbeitung sein Geld verdient, kommt um Photoshop sicherlich nicht herum. Privatanwender die ein Programm zur Bearbeitung digitaler Fotos und im Web-Publishing-Bereich suchen und sich am Window-Manager nicht stören, bietet Gimp eine günstige Alternative. Ein G4-Mac mit Mac-OS X ist allerdings für flüssiges Arbeiten Voraussetzung.

Info: www.gimp.org/macintosh , Englische Version Gimp 2.0: http://gimp-app.sourceforge.net , Download X11: www.apple.com/macosx/features/x11

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