Kostenloses Internet

Googles Dienst Free Zone lässt Handy-Nutzer kostenlos surfen

09.11.2012 | 12:39 Uhr | Halyna Kubiv

Derzeit handelt es sich um ein Pilotprojekt mit einem Mobilfunkanbieter Globe auf den Philippinen, doch die Möglichkeiten von dem neuen Service klingen vielversprechend.

Unter Free Zone versteht Google einen kostenlosen Internet-Zugang zu den mobilen Diensten wie Google+, Gmail und Google Suche. Über einen Kurzlink g.co/freezone kann der Nutzer auf einem beliebigen internet-fähigen Handy den Dienst aktivieren und kostenlos surfen. Davor ist noch eine Anpassung der APN-Einstellungen auf dem Smartphone notwendig. Aktuell ist Free Zone nur über einen Mobilfunkanbieter Globe Telecom auf den Philippinen verfügbar.

Solange der Anwender nur die drei mobilen Dienste von Google nutzt, werden keine Kosten anfallen. Beim Herunterladen eines Fotos oder eines Videos kommt eine Warnung, dass mit dem nächsten Schritt der Nutzer die kostenfreien Seiten verlässt. Ganz praktisch ist die Funktion bei der Google Suche gelöst: Ein Link aus den Suchergebnissen ist ebenso kostenlos wie die Suche. Erst wenn der Nutzer auf einen weiterführenden Link im Artikel klickt, zahlt er für die heruntergeladenen Webseiten-Daten.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hat Google erklärt, der Konzern wolle mit dem Dienst die nächste Milliarde der Handy-Nutzer für das mobile Internet begeistern. Free Zone ist auf die Entwicklungsländer gemünzt. In den Ländern gibt es immer noch einen bedeutenden Anteil der Handy-Besitzer, die nur die Grundfunktionen wie Anrufe oder SMS benutzen. Mit der kostenlosen Google-Suche und Gmail erhofft sich der Anbieter Globe Telekom, dass seine Kunden sich an das mobile Internet gewöhnen und schneller Datentarife abschließen werden, die deutlich lukrativer als einfache Prepaid-Karten für die Anbieter sind. Google profitiert dabei von den Werbeanzeigen, die über seine Suchseite ausgeliefert werden.

Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass beide Parteien - Mobilfunkanbieter und der Suchriese - eher auf eine lange Perspektive setzen und mit einem attraktiven kostenlosen Angebot die Käufer bewegen, von einem funktionsbeschränkten "Features-Phone" auf ein Smartphone umzusteigen. Mit dem kostenlosen Surfen auf Googles Seiten ist zwangsläufig ein Google-Konto verbunden. Und so wird es bei einem eventuellen Umstieg auf ein vollwertiges mobiles Betriebssystem ein Argument mehr für die eigene Entwicklung, Android, geliefert. Dazu ist Googles Angebot aus drei Seiten alternativlos auf eigene Dienste beschränkt und stellt nur einen Bruchteil des mobilen Internets dar. Die Betonung bei Free Zone müsste wohl nicht auf "Free", sondern auf "Zone" liegen, eine Abgrenzung von außen.

Ähnlich wie Google bietet Facebook seit ein paar Jahren einen vergleichbaren Dienst Facebook Zero . Derzeit ist das kostenlose Surfen auf einer abgespeckten mobilen Facebook-Seite nur für E-Plus-Nutzer in Deutschland verfügbar.

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