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Kreative Umgebung

01.02.2008 | 14:30 Uhr |

Wenn Software-Entwickler die Kernfunktionen für ihre Programme einfach aus dem Mac-OS X beziehen und sich ganz auf das Interface konzentrieren, können ganz neue Ansätze für die Bedienung entstehen. Unsere Übersicht zeigt, ob dabei etwas Brauchbares herausgekommen ist

Wenn man nicht mehr jede Zeichnungs-, Filter- oder Ebenenfunktion von Grund auf neu programmieren muss, sondern sich aus dem Werkzeugkasten bedienen kann, den Apple im System mit Core Image und Quartz 2D zur Verfügung stellt, bleibt mehr Zeit, um sich dem Aufbau eines Benutzer-Interfaces zu widmen. Und so geben sich die Entwickler alle Mühe, jeweils einen eigenen Ansatz zu verfolgen - was bei der Menge an inzwischen verfügbaren Programmen durchaus Sinn macht. Ergebnis sind Spezialisten wie Wirecast für Internet-Video-Streaming oder Apples iPhoto, doch für diesen Vergleich konzentrieren wir uns auf Programme zur Bildbearbeitung.

Was wir testen

Mit einigen typischen Bearbeitungsaufgaben testen wir jedes der Programme auf seine Alltagstauglichkeit. Der Kopf im ursprünglich mit Photoshop erstellten Titelbild dieses Artikels wird durch einen anderen ersetzt, dazu ist das Freistellen des Kopfes sowie das Arbeiten mit Ebenen nötig. Mit der Hilfe von Filtern werden Stil sowie Farbe und Kontrast an das bestehende Bild angepasst und ein Schatten hinzugefügt. Darauf folgen jeweils einige Tests mit Schriften, Filter, Pinsel- und Vektorfunktionen.

Solider Bildbearbeiter: Acorn

Acorn Eine gute Bildbearbeitung mit Schwächen beim Zeichnen.
Vergrößern Acorn Eine gute Bildbearbeitung mit Schwächen beim Zeichnen.

Ein sehr informatives und übersichtliches Interface, das zudem wenig Platz auf dem Bildschirm benötigt, macht den Einstieg in Acorn leicht. Die verschiedenen Werkzeuge sind direkt per Einzeltaste aktivierbar, zum Beispiel "M” für Auswahl, "B” für Zeichnen. Das Wiederherstellen erlaubt eine nicht definierte Anzahl von Retour-Schritten, im Test sind es mindestens 20. Angenehm ist die Arbeit im Filterfenster, wo sich die ausgewählten Filter zu einer Pipeline aneinander reihen lassen. Sehr übersichtlich sind die Optionen jedes Filters ersichtlich und auch direkt manipulierbar. Mit einem Klick auf das Plussymbol kann man direkt in diesem Fenster weitere Filter in die Pipeline zufügen. Auch wenn die dann aufklappende Filterliste inklusive Vorschau funktional aussieht, ist sie wenig hilfreich. Erstens arbeitet sie mit einem Musterbild, nicht mit einer Vorschau des Bildes, das man bearbeiten will, und zweitens ist die Wirkung eines Filters auf das Vorschaubild oft ziemlich anders als beim richtigen Bild. Erst wenn die Filter im Pipeline-Fenster sind, berechnet Acorn deren Auswirkung auf das Hauptbild mit jeder Options-Manipulation direkt. Das Auswählen und Freistellen eines Bildteils geht relativ gut mit dem Lasso-Werkzeug, jedoch vermisst man die Option eines Lassos mit geraden Linien (Klick-zu-Klick-Verbindung). Das Transformieren einer Auswahl beschränkt sich auf Vergrößern, Verkleinern (auch proportional), 90-Grad-Rotation, Spiegeln und Verschieben. Das Rotieren in einzelnen Graden ist nur via Filter möglich und relativ umständlich. Und das ZeichenWerkzeug erlaubt nur scharfe Linien, zwar mit Antialiasing und Deckungsgrad, aber kein Airbrush. Einen weichen Schatten zu erstellen, ist daher nur per Unschärfefilter möglich.

URTEIL Acorn ist durchaus brauchbar, um Bilder zu bearbeiten, jedoch weniger um neue Bilder zu erstellen.

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