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Hackerangriff: Auch Visacard betroffen

21.06.2005 | 11:43 Uhr |

Der Einbruch in die Computersysteme von Card Systems ist offenbar noch schwerwiegender, als am Wochenende angenommen. Betroffen seien auch 40.000 Visa-Karten europäischer Kunden.

Der Hackerangriff in den USA auf die Daten von 40 Millionen Kreditkartenbesitzern hat auch Auswirkungen für europäische Kunden. Wie das Unternehmen Visa gestern in Frankfurt mitteilte, sind potenziell 800.000 in Europa ausgegebene Visa-Karten betroffen. Bei rund 40.000 dieser Karten seien die kompletten Magnetstreifendaten entwendet worden, so dass größte Betrugsgefahr bestehe.

Visa habe die ausgebenden Banken über die betreffenden Kartennummern informiert. Die Kreditkarten-Kunden forderte das Unternehmen auf, ihre Konten im Auge zu behalten und ihre Bank bei ungewöhnlichen Bewegungen sofort zu informieren. Das Unternehmen verwies auf vielfältige Schutzmechanismen, die bei der Zahlungsabwicklung eingebaut seien. Mit ihrer Hilfe könnten kriminelle Aktivitäten schnell erkannt und der Schaden für die Kreditkartenbesitzer minimiert werden.

Dienstleister Card Systems verantwortlich

Für den potenziellen Verlust von Kreditkartendaten von 40 Millionen Kunden ist nach Darstellung von MasterCard der Dienstleister CardSystems Solutions verantwortlich. Das Unternehmen ist mit der Abwicklung von Kreditkarten-Transaktionen befasst. Bei MasterCard waren es dabei insgesamt 13,9 Millionen Kreditkartenkunden, deren Daten durch einen Datendieb durch Eindringen in das Computersystem von CardSystems angezapft wurden. "CardSystems hat die MasterCard-Sicherheitsvorschriften verletzt", sagte MasterCard-Sprecherin Jessica Antle am Montag der dpa. Nach ihren Angaben waren allerdings nur Informationen von 68.000 MasterCard-Konten aus dem CardSystems-System entfernt worden. Dies sind besonders gefährdete Kreditkartenbesitzer.

Jim Stickley, Sicherheitsexperte und Technologiechef bei der Firma TraceSecurity bezeichnete den Zwischenfall "nur als die Spitze des Eisbergs einer globalen Identitätsdiebstahl-Epidemie". Er setzte sich für die Verschlüsselung von Daten und für behördliche Datenschutzvorschriften ein.

Der amerikanische Senat hatte angesichts einer eskalierenden Welle von Datenklau- und Datenverlust-Fällen vergangene Woche neue Datenschutzvorschriften diskutiert. Viele US-Bundesstaaten haben sich dem Vorbild von Kalifornien angeschlossen. Kalifornien hatte als erster US-Bundesstaat per Gesetz vorgeschrieben, dass alle von Datenklau Betroffenen informiert werden müssen. (dpa)

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