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Kriminologe Pfeiffer nimmt USK in die Kritik

08.05.2007 | 10:29 Uhr |

Bei der Altersfreigabe von Computerspielen kommt es laut einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) ”oft zu krassen Fehlern” bei der Altersfreigabe. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe vorab.

Christian Pfeiffer
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© des Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen

Demzufolge sei nach einer Untersuchung von bislang 72 Gewaltspielen das Mindestalter bei knapp 40 Prozent durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) als zuständiger Bewertungsstelle zu niedrig angesetzt. Der KFN-Leiter und frühere niedersächsische Justizminister Professor Christian Pfeiffer bemängelt dem Spiegel-Bericht zufolge, dass die USK-Prüfer die zahlreichen, oft mehr als 20 Stunden dauernden Spiele gar nicht komplett sichten könnten und ”möglicherweise selbst abgestumpft” seien. Pfeiffer spricht sich dafür aus, Gewaltspiele künftig schneller aus dem Verkehr zu ziehen. Bayerns Innenminister Günther Beckstein nannte die Ergebnisse prompt ”alarmierend”. Beckstein werde sich am Freitag mit Pfeiffer anlässlich der Bekanntgabe der Studienergebnisse treffen, wie die Gamersite Krawall.de berichtet. Dagegen weist der USK-Gutachter und Diplompädagoge Gerald Jörns die Unterstellungen über die Einstufung von Spielen seiner Einrichtung zurück, ist bei Heise Online zu lesen. Jörns entgegnet, bei der Studie seien die Gutachter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle nicht einbezogen und nicht vom Institut befragt worden. Insofern sei die Behauptung, die Prüfer seien abgestumpft, eine "Frechheit", so Jörns. Jörns gibt an, er sei seit zwölf Jahren Gutachter. Er habe Expertisen über die ersten Ego-Shooter die Doom und Wolfenstein 3D verfasst, die zur Indizierung führten.

Info: Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

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