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DRAM-Hersteller in Taiwan fusionieren

06.03.2009 | 10:18 Uhr |

Mit massiven Finanzhilfen greifen zum Beispiel die USA ihrer Autoindustrie und den Banken unter die Arme. Taiwan ist das erste Land, das seine Technologie-Industrie zu retten versucht. Bei 12,3 Milliarden US-Dollar Verschuldung und sinkender Nachfrage an Speicherchips ist die Fusion meherer Hersteller der letzte Ausweg.

Die verschuldeten DRAM-Hersteller stehen in Taiwan vor einer großen Fusion. Taiwan will alle betroffenen Chiphersteller in einer einzigen Firma unter dem Namen Taiwan Memory Company (TMC) zusammenfassen, um Verluste und nicht-rückzahlbare Darlehen zu begrenzen, die Taiwans Banken zum Zusammenbruch treiben. Der Beitritt ist freiwillig. Jede Firma wird zur Fusion eingeladen, kann aber selbst entscheiden.

TCMs Geschäftführer soll John Hsuan werden, bestimmte Taiwans Wirtschaftsminister Ziin Chii-ming. Hsuan war vorher bereits Geschäftsführer und Vizepräsident von United Microelectronics. Die fusionierte Firma erhält Finanzhilfen von der Regierung, die jedoch nicht mehr als 50 Prozent Aktienanteile übernehmen wird. In den nächsten drei Monaten wird Hsuan als Partner-Firma entweder Elpida Memory aus Japan oder Micron Technology aus den USA auswählen. Forschung und Entwicklung für neue Chips soll bei TCM innerhalb der nächsten sechs Monate anrollen.

Im Angesicht einer weltweiten Rezession ist Taiwan somit das erste Land, das mit Finanzspritzen seine Technologie-Industrie zu retten versucht. Seit zirka zwei Jahren fahren die DRAM-Chiphersteller wegen Überproduktion der Speicherbausteine Verluste ein, die nun in Zeiten der Wirtschaftskrise dramatisch ansteigen. Trotz Produktionsrückgang und dem Schließen von ganzen Fabriken gibt es dank gesunkener Nachfrage im Computermarkt immer noch Überproduktion und die Finanzierung von Weiterentwicklungen wird zunehmend unsicher. Anfang 2009 gab Taiwan offiziell bekannt, dass seine DRAM-Hersteller mit fast 12,3 Milliarden US-Dollar verschuldet sind.

Probleme der Fusion

Die Fusion geht dank rechtlicher Probleme mit existierenden Handelsabkommen, Joint-Venture-Verträgen mit Firmen im Ausland und zögerlichen Entscheidungen bzw. Zustimmungen von Aktieninhabern und Firmen wesentlich langsamer voran, als die Taiwans Regierung sich erhoffte. In der Zwischenzeit verkaufen sich die Chips dank Überangebot unter den Produktionskosten.

Pai Pei-lin, der Vizepräsident von Nanya Technology, einer der führenden DRAM-Hersteller in Taiwan die Aussichten für TCMs ziemlich pessimistisch. "Die Fusion ist sehr kompliziert. ... Unser Hauptproblem ist die Nachfrage. Während wir die Produktion drosseln können wir nicht die Nachfrage beeinflussen. Gegenwärtig ist diese für Speicherchips extrem schwach", beurteilt Pai.

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