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Kritik an Apples Entschuldigung über Virus auf iPod

20.10.2006 | 12:37 Uhr |

Apple musste diese Woche einräumen, Video-iPods mit einem Windows-Virus ausgeliefert zu haben.

Apple jüngster Ipod Video im Test
Vergrößern Apple jüngster Ipod Video im Test

Betroffen seien weniger als ein Prozent aller seit 12. September ausgelieferten iPods der neuesten Generation, schuld ist laut Apple unter anderem das Betriebssystem Windows, das "nicht abgehärtet genug" gegen Gefahren wie diese sei. Bei Sicherheitsexperten im Umfeld von Microsoft ist Apples Entschuldigung, die einen Teil der Verantwortung auf Dritte abschob, nicht gut angekommen. Jonathan Poon, der beim Softwareriesen dafür verantwortlich ist, dass Microsoft-Produkte virenfrei ausgeliefert werden, hält gegenüber Infoworld eher Apples Qualitätskontrollen für den Fehler verantwortlich: "Es ist keine Frage, von welcher Plattform der Virus kommt. Wenn er auf einem tragbaren Player gelandet ist, zeigt, wie Qualitätskontrollen insbesondere der Inhalte durchgeführt werden." Ins gleiche Horn stößt Poons Vorgänger James Abrams, der mittlerweile technik-Direktor beim Antivirenspezialisten ESET ist: Der Apple Virus käme nicht von einem wenig widerstandsfähigen Windows-Betriebssystem, sondern sei auf laxe Sicherheitsmaßnahmen in der Produktion zurückzuführen. In seiner Zeit bei Microsoft sei er stets von viren-infizierten Rechnern und Netzen umgeben gewesen, nie sei jedoch ein Produkt mit Virus ausgeliefert worden: "Wir hatten ein professionelles Verständnis davon, wie etwas auszuliefern sei." Apple habe offenbar nicht gewusst, was es ausliefere, der Virus sei nur ein Symptom für ungenügende Produktionsprozesse und der Versuch, die Verantwortung auf Microsoft abzuschieben, zeige, wie wenig Apple von dem Problem verstanden habe.

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