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Kritik an Apples neuem Hauptquartier

08.04.2013 | 09:25 Uhr |

Die Kosten für Apples neues Hauptquartier sind bereits vor Baubeginn um 70 Prozent in die Höhe geschossen und außerdem wird der Campus nun doch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Apples Aktionäre zeigen sich empört: Mit den nun geschätzten Kosten von fünf Milliarden US-Dollar - statt den ursprünglich veranschlagten knapp unter drei - liegt der Preis für das neue Apple-Gelände weit über einem "akzeptablen" Limit. Bloomberg beruft sich auf Insider-Quellen, wonach das 2011 veranschlagte Gebäude nun eine Milliarde US-Dollar teurer als der neue World-Trade-Center-Komplex in New York sein soll. Während Apple sich diese Extravaganz durchaus leisten kann, da fünf Milliarden noch nicht einmal die Fünf-Prozent-Marke der auf 137 Milliarden US-Dollar geschätzten Barreserven der Firma erreichen, werden wohl nicht zum letzten Mal Forderungen laut, dass Apple seine Gewinne in Form von höheren Dividenden an Aktieninhaber ausschütten soll, statt in einen übertrieben teuren Neubau zu investieren.

Apple arbeitet mit seinen Star-Architektenteam Foster & Partner daran, den Preis um mindestens eine Milliarde US-Dollar zu senken. Der Nachteil: Das Einzugsdatum ist bereits jetzt nicht nur wegen Rechtsstreitigkeiten um den Bau von 2015 auf 2016 gerutscht. Das gegenwärtige Hauptquartier am Infinite Loop in Cupertino platzt mit 2.800 Mitarbeitern aus allen Nähten und der Umzug in den geplanten Platz für 13.000 Angestellte kann gar nicht früh genug kommen.

Bloomberg fasst die schlechten Nachrichten über das Projekt unter dem "Campus-Fluch" zusammen: Ehemalige Technologie-Giganten wie Silicon Graphics, Borland Software und Sun Microsystems gingen alle kurz nach der Eröffnung ihrer neuen, prächtigen Campus-Gelände pleite.

Mittlerweile starten aber auch Architekten Kritik über die Planänderungen. Ursprünglich sollte Jobs Vision eines genialen und ästhetischen Gebäudes umgesetzt werden, das die Anzahl von Begegnungen zum fruchtbaren Informationsaustausch maximieren soll. Das neue kreisförmige Layout hingegen birgt die Gefahr, Teams zu isolieren. Jobs erwartete von der neuen Architektur, dass das Arbeitsklima sich drastisch verbessert wird und forderte, dass beim Design nur das Beste vom Besten eingesetzt wird: Auserlesene Materialien und hochwertige Verarbeitung, polierte Decken, Wände und Fußböden sollen höchsten Anforderungen gerecht werden, zitierte Bloomberg in 2012. Scott Wyatt, ein Partner in der Architektenfirma, die in der gleichen Gegend Gebäude für Samsung und Google entwirft, äußerte gegenüber Bloomberg jetzt seine Bedenken, dass das neue Gebäude weniger ein großartiger Arbeitsplatz sein wird, sondern eher ein reines Design-Objekt wie zum Beispiel ein iPhone darstellt.

Apples Marketing-Boss Phil Schiller hat klargestellt, dass in dem neuen Campus kein Museum geplant ist: "Unser Fokus ist die Zukunft, nicht die Vergangenheit.", betonte Schiller in einem Blog im letzten Dezember. Ursprünglich sollte das neue Gebäude auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Hörsäle für Besucher von Special Events öffnen.

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