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EU-Kommission will Intels Vertriebspraktiken verbieten

28.05.2008 | 10:04 Uhr

Die EU plant laut einem Pressebericht, die Vertriebspraktiken des weltgrößten Chipherstellers Intel zu verbieten.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes
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© Berlaymont

Faktisch habe sich Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bereits entschieden, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Brüsseler Kreise. Die Wettbewerbsbehörde habe nach jahrelangen Recherchen genug belastende Beweise. Die Kartellwächter wollen damit die Marktmacht des US-Konzerns in Europa brechen. Die offizielle Entscheidung solle im Spätsommer veröffentlicht werden, schreibt die Zeitung.

Intel müsse die bisherige Art, seine Prozessoren mit Rabatten an PC-Hersteller zu vermarkten, aufgeben, hieß es laut FTD in Brüssel. Zudem sollen dem Konzern Werbekostenzuschüsse an Händler untersagt werden, sofern Intel dafür Exklusivität im Sortiment verlangt. Die EU wirft dem Konzern vor, seine Marktmacht zu missbrauchen, um Rivalen zu verdrängen.

Derzeit habe Intel bei PC-Prozessoren einen Weltmarktanteil von fast 80 Prozent. Durch unzulässige Rabattbedingungen und die Androhung von Nachteilen habe der Konzern PC-Hersteller genötigt, auf den Einsatz von Prozessoren anderer Hersteller zu verzichten, verlaute es nach Angaben der FTD in Brüssel weiter.

Neben dem Verbot des bisherigen Vertriebs drohe Intel eine Geldbuße von maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes; das wären nach Angaben der Zeitung umgerechnet 2,6 Milliarden Euro. (dpa/tc)

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