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Künstler appellieren an Merkel: Geistiges Eigentum besser schützen

25.04.2008 | 09:07 Uhr |

Rund 200 prominente Künstler haben in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen besseren Schutz geistigen Eigentums gefordert.

Im Internet würden millionenfach Musiktitel, Filme oder Hörbücher illegal angeboten, heißt es in dem Brief. "Nehmen Sie sich dieses Themas an und machen es zur Chefsache", appellierten Herbert Grönemeyer, Udo Jürgens, Yvonne Catterfeld, René Kollo und viele andere Kreative an Merkel. Ganzseitige Anzeigen mit diesem Text sollen an diesem Freitag in der "Süddeutschen Zeitung", der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "tageszeitung" erscheinen. Der Brief lag der dpa vorab vor. Geistiges Eigentum sei das Öl des 21. Jahrhunderts, betonen die Autoren. Um diese Ressourcen nicht zu verspielen, sollten unter staatlicher Aufsicht Verfahren zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten entwickelt werden. "Während beispielsweise die milliardenschwere Telekommunikationsindustrie massiv von der Nutzung illegaler Inhalte profitiert, verweigert sie beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung." Im vergangenen Jahr seien in Deutschland mehr als 300 Millionen Musikstücke illegal aus dem Internet heruntergeladen worden - zehnmal mehr als legal verkauft wurden; die Kreativen erhielten keine faire Entlohnung.

Zu den Unterzeichnern gehören die Filmregisseure Sönke Wortmann, Bernd Eichinger und Faith Akin sowie die Schauspieler Til Schweiger, Renan Demirkan und Detlev Buck. Mit dabei sind auch Musikgruppen wie Tokio Hotel, Monrose, Söhne Mannheims und Juli sowie die Sänger Udo Lindenberg, Reinhard Mey, Peter Maffay, Roger Cicero und LaFee. Unterstützung kommt auch von der Moderatorin Barbara Schöneberger, dem Produzenten Ralph Siegel, dem Komponisten Wolfgang Rihm, der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz und dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder. Anlass für den Brief gegen Internetpiraterie ist der Welttag des geistigen Eigentums am 26. April. Initiator ist der Bundesverband Musikindustrie. (dpa)

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