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Kulturrat begrüßt geplante Urheberrechts-Abgabe auf Computer

07.09.2000 | 00:00 Uhr |

Der Deutsche Kulturrat hat die Pläne begrüßt, mit
einer Abgabe auf Computer, Telekommunikationsgeräte und
Internetanwendungen das Urheberrecht von Künstlern und Publizisten
besser zu schützen. Ein angemessener Urheberrechtsschutz in der
digitalisierten Informationsgesellschaft liege auch im Interesse der
Nutzer. «Ein funktionierendes Urheberrecht ist nicht Hindernis,
sondern im Gegenteil Voraussetzung für eine günstige Entwicklung der
Informationsgesellschaft», erklärte der Vorsitzende des Kulturrates,
Franz Müller-Heuser, am Donnerstag in Berlin. Der Deutsche Kulturrat
ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) hatte angeregt,
das Urheberrecht dem Stand der Technik anzupassen. Moderne Geräte wie
CD-Brenner oder andere neue Übertragungstechniken sind bisher von der
Abgabe nicht erfasst, die auf alle herkömmlichen Bild- und Tonträger
erhoben wird. Die Abgabe geht an die GEMA, VG Wort und andere
Verwertungsgesellschaft und kommt den Autoren und Künstlern zu Gute.
Bedingt durch die technische Entwicklung sind die Einnahmen trotz
gestiegener Vervielfältigungen ständig zurückgegangen.

Mit der Entwicklung der Informationsgesellschaft werde der Bedarf
an Texten, Bildern, Filmen und Musik steigen, betonte der Kulturrat.
Die Urheber müssten auch bei neuen Verbreitungsformen eine Vergütung
erhalten.

Die «Initiative D21» lehnt eine pauschale Abgabe auf digitale
Geräte ab, die zur Speicherung oder Übermittlung von Daten dienen.
Der Vorsitzende der Initiative und Chef von IBM-Deutschland, Erwin
Staudt, bezeichnete eine solche Abgabe als ein «Relikt aus dem
Analog- Zeitalter». In der Initiative sind die Computerwirtschaft und
die Bundesregierung vertreten. Urheberrechtsschutz sei wichtig, aber
in einer digitalen Welt gingen pauschale Abgaben in die falsche
Richtung. Zusätzlich zu der jetzt eingeführten Abgabe auf Faxe und
Scanner würde eine noch höhere Belastung der Informationstechnologien
entstehen, meinte Staudt.
dpa

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