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Was Computerspiele am "Kunststatus" hindert

17.09.2008 | 11:47 Uhr |

Das Projekt Keeping Emulation Environments Portable (KEEP), das die Nationalbibliotheken von Frankreich, Deutschland und den Niederlanden bei der EU einreichten, prüft, inwiefern Emulationen in virtuellen Maschinen laufen können.

Das Ziel dieser Aktion ist laut ORF.at, dass Emulatoren für alte Systeme wie den Commodore C64, den Sinclair Spectrum und die Atari-Konsole 2600 nicht mehr mühsam auf jedes neue Betriebssystem angepasst werden müssen. So wäre gesichert, dass auch künftige Generationen alte Programme und Spiele noch in Aktion bewundern und erforschen können. Zudem würde es den Status von Computerspielen als Kunstwerke fördern, wenn deren dauerhafte Verfügbarkeit gesichert wäre. Über dieses Thema sprach der Online-Auftritt des österreichischen Senders ORF.at, Futurzone, mit Andreas Lange. Lange war von 1994 - 1995 Gutachter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) in Deutschland, ist seit 1997 Direktor des Computerspielemuseums in Berlin und war 2002 Mitbegründer von DiGA e. V. - The Digital Game Archive . Lange weist unter anderem darauf hin, dass auf Computerspiele 70 Jahre lang Copyright bestehe, man aber den rechtmäßigen Rechteinhaber oft nicht ausmachen könne. Im Internet verbreitete " Abandonware " sei rechtlich umstritten, er lege Wert auf eine Sammlung von juristisch einwandfreier Software. Dazu gehöre schon aus historischen Gründen auch der originale Kopierschutz: "Wir wollen die Spiele im Originalzustand bitgetreu archivieren, das heißt, dass auch der Kopierschutz dazugehört", sagt Lange im Interview. Gerade aber bei magnetisch gespeicherten Daten (wie auf Diskette oder Kassette) sei Eile geboten, denn hier drohe bereits nach 8 Jahren Datenverlust. Daher unterstützt der Computerspielhistoriker das KEEP-Projekt. Lange hofft, dass man bis 2009 die Genehmigung der EU dafür erhalte. Die archivierten Software-Titel sollen schließlich allen Usern im Rahmen eines Rechtemanagementsystems - auch online - zugänglich gemacht werden. Das komplette Interview findet sich über unten stehenden Link.

Info: Futurezone.at

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