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Kurioser Streit von Youtube gegen GEMA

19.02.2013 | 14:27 Uhr |

Weil bei einem von einem Auto aufgenommenen Video auch Musik des Radios zu hören war, wurde ein Video des über Russland explodieren Meteoriten für Deutschland gesperrt.

Der Streit zwischen der GEMA und YouTube nimmt immer kuriosere Formen an. Ein Video aus Russland, dass von einer Kamera aus dem fahrenden Auto aufgenommen wurde und den Meteoriten m Himmel zeigt, der für enorme Schäden in Tscheljabinsk gesorgt hat, wurde von YouTube für Nutzer aus Deutschland gesperrt. Grund ist die im Hintergrund laufende Musik aus dem Autoradio.

Auf Anfrage des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) erklärte YouTube, dass in Deutschland sicherheitshalber alle Videos mit nicht ausdrücklich GEMA-freier Musik gesperrt würden. Man habe selbst keinen Einblick in das GEMA-Repertoire und sperre deswegen wegen der finanziellen und rechtlichen Risiken, da die GEMA YouTube wegen anderer Fälle verklagt habe.

Nach Anfrage bei der GEMA erhielt der Journalistenverband laut eigener Aussage nur verbale Angriffe wie »Wollen Sie sich als Journalisten wirklich auf die Seite eines internationalen Suchmaschinenbetreibers schlagen, der nicht für sein hohes Verständnis für geistiges Eigentum und die daraus folgende Vergütung der Schöpfer bekannt ist?«

Auch auf Twitter äußerte sich die GEMA laut DJV widersprüchlich und behauptete erst, es gäbe keine Musik in dem Video und YouTube würde willkürlich sperren und die GEMA beschuldigen, teilte dann mit, dass »die im verrauschten Hintergrund plärrenden Töne … nicht als Musikuntermalung« zu verstehen sein, um schließlich zu erklären, »wir haben keineswegs behauptet, die Musik sei keine Musik«. Für den DJV ist dieser Streit eine Einschränkung der Pressefreiheit. Die GEMA habe ein »merkwürdiges Verhältnis... zur Wahrheit«.

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