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Facebook öffnet Messenger-App für alle

04.12.2012 | 16:29 Uhr |

Angeblich wolle Facebook Whats App kaufen, doch in Wahrheit scheint der Webriese eine andere Strategie zu verfolgen. Jetzt können auch Nutzer den eigenen Facebook-Messenger benutzen, die kein Profil bei Facebook haben. Schwellenländer erhalten dafür Gratis-Internet.

Facebook hat auf der Konferenz "Le Web" in Paris bekannt gegeben, die eigene Messenger-App für alle Nutzer freizugeben. Damit beteiligt sich das US-Unternehmen jetzt offensiv bei dem Rennen um die Nachfolge der SMS. Ab sofort können Android-Nutzer auch ohne Facebook-Konto anhand ihrer Telefonnummer Nachrichten über den Facebook-Messenger versenden. Zuletzt gab es Gerüchte, Facebook wolle den derzeitigen Marktführer der SMS-Alternativen, Whatsapp, kaufen .

Dies dürfte mit dem aktuellen Schritt hinfällig sein. Zunächst soll das Update für den Messenger in Indien, Indonesien, Australien und einigen weiteren Ländern starten, bevor die Funktion weltweit gestartet wird. Wann die neue Anmeldung auch unter iOS kommt, ist noch ungewiss. Android ist für Facebook zunächst das lohnendere Ziel. Dort können Nutzer die Messenger-App des sozialen Netzes bereits heute als primäre SMS-App auswählen und einige Smartphonemodelle haben Facebook-Nachrichten in die SMS-Funktion integriert.

Apple ist mit im Rennen

Auch Apple buhlt um die Nachfolge der SMS und hat mit iMessage einen eigenen, wenn auch iOS-exklusiven Dienst. Sind Sender und Empfänger iMessage -kompatibel, sendet das iPhone eine kostenlose Datennachricht statt einer SMS. Allen SMS-Nachfolgern ist gemein, dass sie Nachrichten über die mobile Datenverbindung senden, statt über den GSM-Kanal. Nicht zufällig hat Facebook aktuell ein Abkommen mit Mobilfunkanbietern in Indien und Indonesien geschlossen, dass Kunden dort kostenlos Facebook-Nachrichten über das mobile Internet versenden dürfen. In den Schwellenländern liegt derzeit das wohl größte Nutzerpotenzial für neue Telekommunikationslösungen.

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