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'Langsame' Intel-Chips sind Chance und Gefahr für Apple

21.02.2003 | 13:17 Uhr |

Eine neue Generation von Intel-Prozessoren könnte Apple das "Jahr des Notebooks" verderben.

München/Macwelt - Als Mac-Anwender hat man sich schon fast daran gewöhnt, dass Notebooks mit Intel-Prozessor mit doppelt so hoher Taktrate arbeiten als die Alternativen von Apple. Gegen die 800 MHz schnellen iBooks sind Celeron-Notebooks mit 1,7 GHz positioniert, gegen die 1 GHz schnellen Powerbooks kämpfen 2,4 GHz schnelle Mobile-Pentium-Notebooks um die Gunst der Käufer. Zur Cebit wird Intel jedoch eine völlig neue Mobil-CPU vorstellen, die Taktraten zwischen 1,3 und 1,6 GHz aufweist. Trotz niedrigerer Megahertz-Zahlen sind diese neuen Chips nach aktuellen Tests noch leistungfähiger als aktuelle Pentium-4-Chips: ein bis zu 1 MB großer Level-2-Cache und eine optimierte Befehlsverarbeitung machen dies möglich. Hochgetaktete Pentium-Chips wird es zumindest in diesem Jahr weiter in Einsteiger-Modellen geben, hochwertigere Notebooks werden die neue CPU erhalten.

Zumindest was das Taktrennen betrifft, sehen hier die Apple-Rechner plötzlich weit besser aus: Schließlich liegt dann im Mediamarkt neben einem 1-GHz-Powerbook ein ähnlich teures PC-Notebook mit 1,3-GHz Taktrate. Ähnlich wie AMD steht jetzt auch Intel vor der Aufgabe, seine Kunden davon zu überzeugen, daß Taktrate nicht alles ist. Auch Apples G4-Rechner sollten nach der zu erwartenden Marketing-Offensive etwas besser dastehen.

Unter Mac-OS 9 und auch noch unter Mac-OS X konnten Apples Mobilrechner bisher immer bessere Akkulaufzeiten vorweisen als Windows-Notebooks: eine gute Abstimmung der Komponenten und die stromsparende Power-PC-Architektur machten dies möglich. Aber auch die neuen Mobile-Chips sind auf einen besonders geringen Stromverbrauch ausgelegt. Zwar sind in einem Notebook die Laufwerke und das Display ebenfalls große Stromverbraucher, die Batterielaufzeit und Wärmeabgabe soll sich trotzdem stark verbessern. Bei einem von Toms Hardware getesteten Banias-Notebook reichte eine Akkuladung beim Betriebsmodus DVD-Vorführung fast drei Stunden - eine ähnlich Laufzeit wie bei einem aktuellen Powerbook. Erstmals sind mit diesen Chips aber auch leistungsfähige Subnotebooks ohne Lüfter möglich, was für Apples iBooks und das neue 12-Zoll-Powerbook eine unangenehme Konkurrenz bedeutet.

Im Laufe des Jahres könnten aber neue stromparende G4-CPUs von Motorola die Leistungsfähigkeit von Apples Powerbooks weiter verbessern. Vertraut klingen übrigens auch die technischen Daten einiger neuer Notebook-Konzepte, die auf der Cebit vorgestellt werden: Ein erstes Centrino-Notebook ist etwa das X10 von Samsung, das zur Cebit zu Preisen ab 2000 Euro erscheinen soll. Das Gerät ist mit 24 mm noch dünner als ein Powerbook, bietet ein Kombolaufwerk und ist mit Nvidia Geforce GO Grafikkarte ausgestattet. Die Taktrate ist noch nicht bekannt, voraussichtlich etwa 1,3 GHz. Das folgende Jahr wird jedenfalls zeigen, ob die neuen Chips für Apple eher eine Bedrohung oder eine psychologische Chance sind. Die begeisterten Reaktionen in Presse und Nutzkreisen auf die aktuellen Powerbooks lassen jedoch trozdem auf ein recht erfolgreiches Jahr für Apple hoffen. sw

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