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Lara Croft kehrt zurück

22.08.2005 | 16:10 Uhr |

Lara Croft
Vergrößern Lara Croft

Sie ist eine Ikone fast wie Marilyn Monroe und Madonna: die Computerspiel-Heldin Lara Croft. Rund 30 Millionen Mal gingen die sechs Teile ihrer “Tomb Raider”-Reihe weltweit über die Ladentische. Der jüngste Titel fiel jedoch bei vielen Fans durch. Mit ihrem neuen Abenteuer “Tomb Raider: Legend”, das auf der Messe Games Convention in Leipzig nun der Öffentlichkeit präsentiert wurde, soll Lara Croft verspielten Kredit zurückgewinnen. In den Handel kommt “Tomb Raider: Legend” allerdings erst 2006.

“Angel of Darkness” - Engel der Dunkelheit” hieß die im Jahr 2003 veröffentlichte Folge. Und bereits im Titel steckt das Problem: “Das Spiel war vielen Fans einfach zu dunkel”, sagt Florian Brich, stellvertretender Chefredakteur der Macwelt-Schwesterzeitschrift GamePro. “Das Setting war eine urbane Umgebung, die hat nicht zu den Vorgängern gepasst”, bestätigt Theodossios Theodoridis, Sprecher des Unternehmens Eidos in Hamburg, in dem die Erfolgsreihe erscheint.

Ein Spiel mit Lara Croft bedeutet für die meisten Anhänger vor allem eines: wilde Jagden durch den dichten Dschungel oder Pyramiden sowie andere Grabstätten - “tombs” eben. Dorthin wird die Pixel- Heldin, in zwei Kinofilmen von Angelina Jolie verkörpert, nun zurückkehren: “Wir bringen sie wieder zu ihren Anfängen und in die Gruft”, verspricht Morgan W. Gray, Chef des 80-köpfigen Entwicklerteams beim Unternehmen Crystal Dynamics aus Kalifornien. “Lara reist dafür rund um die Welt: nach Westafrika, Bolivien und Peru oder in den Himalaya.”

“Tomb Raider: Legend”, das im zweiten Quartal 2006 zugleich für PC, Playstation und Xbox erscheinen wird, ist die erste Croft-Folge, für die Crystal Dynamics verantwortlich zeichnet. “Wir haben uns überlegt: Wer kann dem Spiel neues Leben einhauchen, es zu seinem Ursprung zurück- und gleichzeitig auf den aktuellen technischen Stand bringen?”, erläutert Theodossios Theodoridis.

Lara auf den jüngsten technischen Stand zu bringen, das bedeutete zum Beispiel, an ihrer Steuerung zu arbeiten. “Sie wurde beim letzen Spiel kritisiert”, sagt Theodoridis. Für den kommenden Teil verspricht er “intelligente” Bewegungen. So müsse der Spieler die Pixel-Archäologin etwa nicht mehr genau auf eine Liane hin ausrichten, ehe sie zu dieser hüpfen kann. “Sie kann sich nun auf eine Art und Weise bewegen wie nie zuvor”, sagt Chefentwickler Gray.

Hinzu kommt laut Florian Brich von “GamePro”, dass Lara Croft eine modernisierte Ausrüstung mit sich trägt. “Sie wird etwa mit einer Art Wurfanker ausgestattet sein.” Insgesamt sei die Überarbeitung der Heldin gelungen, urteilt der Experte: “Sie hatte an Renommee verloren und taucht jetzt nach einer Frischzellenkur wieder aus der Versenkung auf.” Oder anders: Sie kehrt wie erhofft in die Versenkung der Gruft zurück.

Darüber, was sie dort genau erlebt, schwieg sich Eidos auch auf der Games Convention aus. Lara Croft müsse einem “alten englischen Artefakt” nachjagen - eine “rivalisierenden Macht” sei damit nicht einverstanden. Nach Brichs Worten sind die Fans jedoch zumindest in diesem Punkt ohnehin weniger anspruchsvoll: “Das ist Lara Croft, da braucht man keine spezielle Handlung.”

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