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Lautstarker Abgesang einer "New-Economy"-Ikone

06.09.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Parallel zu seinem Rücktritt bezeichnet Peter Kabel in einem Abschiedsbrief an seine Mitarbeiter Aktionäre und Banken als Hauptverantwortliche für die Insolvenz von Kabel New Media. Zwar räumt der ehemalige Vorstandsvorsitzende bei der Suche nach Gründen für das Scheitern Fehleinschätzungen im Management ein, die Hauptschuld liege seiner Meinung nach aber in anderen Faktoren. So habe etwa der frühe Börsengang nur ein Bruchteil der Mittel eingebracht, die deutlich kleinere Mitbewerber später aufgenommen haben, schreibt Kabel. Außerdem behinderten seiner Ansicht nach die Anfechtungsklagen von "erpresserisch agierenden Kleinanlegern" im Zusammenhang mit einer außerordentlichen Hauptversammlung im Frühjahr 2000 die Geschäftstätigkeiten seines Unternehmens bis in den Januar des Folgejahres hinein. Als entscheidend für den Untergang bezeichnet Kabel die Pleite des Großkunden ISL und die damit verbundenen Millionenverluste. Auch die darauf folgende "indifferente Haltung der Großaktionäre beim Versuch der Rettung und der Unwillen der Hausbank zur Hilfe" kritisiert Kabel. Zugleich wehrt er sich in dem Brief gegen erhobene Vorwürfe und versichert, keine Umstände oder Vorgänge zu kennen, die unrecht oder gar kriminell waren. Er sei sich sicher, dass dies irgendwann auch juristisch zweifelsfrei feststehen wird - wenn auch ohne die jetzige Medienaufmerksamkeit.

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