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Leb' wohl, Happy Mac!

26.08.2002 | 13:32 Uhr |

Dem Systemstart von Mac-OS X 10.2 fehlt ein vertrautes Gesicht. Mit dem Jaguar verzichtet Apple erstmals auf den Happy Mac.

München/Macwelt - In den letzten 18 Jahren war er für Millionen von Mac-Anwendern ein vertrauter Freund: der kleine lächelnde Mac, der kurz nach dem Starten des Macs den Nutzer begrüßte.
Unter Mac-OS X sieht der Anwender dagegen nun die moderne, graue Silhouette eines Apfels. Ein modernes stilvolles Symbol, das bei einigen Mac-Anwendern aber doch einen Anflug von Trauer wecken könnte.
Bei der ersten Einführung vor 18 Jahren war der freundliche stilisierte Mac ein sympathischer Kontrast zu den beim Systemstart erscheinenden Kommandozeilen von DOS und später von Windows und Linux. Statt Textmeldungen über aktivierte Systemkomponenten zeigte hier ein einfaches Symbol, ob alles mit der Hardware in Ordnung war. Gab es mit der Hardware ein Problem, zeigte sich der glücklicherweise seltene Sad-Mac, der für viele ältere Mac-Rechner erstes Anzeichen auf ein baldiges Ende war.

Von Apples Andy Hertzfeldt hatte 1982 die Designerin Susan Kare den Auftrag bekommen für den Apple Macintosh eine Benutzeroberfläche zu entwickeln. Zwischen 1983 und 1986 entstanden neben dem Happy Mac eine Vielzahl von Symbolen, wie etwa Claris, die kultige Dog-Cow oder die verhasste Bombe.
Vielen Anwendern wird die Änderung wohl kaum auffallen, andere werden den kleinen stilisierten Würfelmac jedoch vermissen. Ist doch das neue Icon auch ein Symbol für das neue Mac-Betriebssystem, das für viele Mac-Anwender immer noch eine etwas fremde Welt ist. Schließlich war der Happy Mac immerhin ein Gesicht, während es sich beim "Apfel" nur um ein neutrales Firmensymbol handelt.
Bisher war es nur beim Starten des iPod zu sehen, nun zeigt alle auf den neuesten Softwarestand gebrachte Hardware von Apple - vom MP3-Player bis zum Profiserver Xserve - das gleiche moderne Symbol beim Systemstart. Aus Gründen eines einheitlichen Designs war es Apple notwendig, den "grinsemac" zu opfern. Bedauerlich ist die Entscheidung aber doch.
Stephan Wiesend

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