Leistungsschutzrecht

Google startet Kampagne gegen Leistungsschutzrecht

28.11.2012 | 09:19 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Auf der Website von Google erscheint seit wenigen Stunden unter dem Sucheingabefeld der Hinweis an die Besucher, sich an der Kampagne "Verteidige Dein Netz" zu beteiligen. Dort heißt es: "Willst Du auch in Zukunft finden, was Du suchst? Mach´ mit." Auf der Google-Website zur Kampagne werden die Besucher dann über die Hintergründe informiert.

Dabei wird darauf hingewiesen, dass der Bundestag demnächst über das Leistungsschutzrecht beraten werde. "Dieses soll Verlagen gegenüber Suchmaschinen und anderen Diensten das Recht geben, Suchergebnisse für Presseartikel zu verbieten oder von einer Zahlung abhängig zu machen", behauptet Google und erläutert weiter: "Für Dich würde es damit deutlich schwerer, im Internet die Informationen zu finden, die Du suchst. Verteidige Dein Netz gegen diesen weltweit einmaligen Eingriff."

Unter "10 Fakten zum Leistungsschutzrecht" stellt Google dann seine Ansichten zu diesem Thema vor. Im Bereich "Misch´Dich ein" bietet Google dann schließlich jedem Anwender die Möglichkeit an, seinen Bundestagsabgeordneten zu ermitteln und diesen dann über ein Formular zu kontaktieren.

Der Bundestag wird am kommenden Donnerstag erstmalig über das von der schwarz-gelben Regierung vorgeschlagenen Gesetzesvorhaben über das Leistungsschutzrecht debattieren.

Verlage fordern schon seit längerer Zeit ein solches Leistungsschutzrecht und wollen sich damit gegen nach ihrer Ansicht unlautere Ausbeute ihrer Inhalte durch Suchmaschinen schützen. Dabei geht es vor allem um die Milliarden an Werbeeinnahmen, die Suchmaschinen erwirtschaften und nicht mit den Verlagen teilen.

Kritiker des Leistungsschutzrecht weisen darauf hin, dass die Rechte der Verlage bereits durch das Urheberrecht geschützt seien und sie bereits in der Lage seien, ihre Inhalte vor der kostenlosen Verbreitung zu schützen, indem beispielsweise die Indexierung durch Suchmaschinen blockiert wird. Außerdem wird befürchtet, dass das Leistungsschutzrecht zu einem bürokratisch aufwendigen steuerähnlichen System ausarten könnte.

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