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Licht auf Spotlight

11.05.2005 | 12:37 Uhr |

Spotlight liefert je nach Eingabe unterschiedlich gute Ergebnisse. Wer weiß, wie die neue Technologie arbeitet, kann seine Suche optimieren.

Mit Spotlight bezeichnet Apple die in Mac-OS X Tiger integrierte Suchenfunktion, die deutlich schneller Ergebnisse liefert als in vorhergehenden Systemversionen. Spotlight verwendet für die Suche zwei Indizes, die automatisch nach der Systeminstallation vom Mac-OS angelegt werden. Der eine umfasst alle zu einer Datei vorliegenden Metadaten (Informationen über die Daten), der andere den im Dokument enthaltenen Text. Das Besondere an der Indizierung ist die Integration in den Kern des Betriebssystems. Sobald irgendetwas an einer Datei geändert wird, sind auch schon die Indizes und damit das Suchergebnis aktualisiert.

Die Metadaten bestehen aus den Informationen des Dateimanagements wie Erstellungsdatum, Speicherort oder Dateigröße, den im Finder in das Informationsfenster eines Objekts eingetragenen Spotlight-Kommentaren sowie aus zusätzlich vom Erstellungsprogramm gelieferten Daten. Dies können der Verfasser des Dokuments sein, das zur Erzeugung der Datei verwendete Programm, die Kamera, mit der ein Bild aufgenommen wurde, ein der Datei zugewiesenes Schlüsselwort oder der Farbraum des Bildes. Um diese zusätzlichen Informationen sowie den Text dem Mac-OS bekannt zu machen benötigt jedes Dateiformat ein Plug-in für Spotlight. Es ist für das Auslesen der Informationen zuständig, die dann den beiden Indexdateien hinzugefügt werden. Gibt es kein Plug-in, lässt sich mit Spotlight nur nach den Informationen suchen, die vom Dateimanagement des Mac-OS stammen sowie nach den Spotlight-Kommentaren.

Standardmäßig kommt Mac-OS X Tiger mit einer Reihe von Spotlight-Plug-ins für verschiedene Bildformate inklusive Photoshop, Office-Dokumente (ausgenommen Entourage), Appleworks-, Pages- und Keynote-Dateien, PDF, MP3, AAC und Quicktime. Zusätzlich gibt es programmspezifische Plug-ins für das Adressbuch, für Mail und für iCal, so dass Spotlight auch nach Kontakten, E-Mails und Kalenderereignissen sucht. Diese Plug-ins sind unter „System > Library > Spotlight“ beziehungsweise „Library > Spotlight“ abgelegt. Jeder Entwickler kann für das Dateiformat seiner Applikation ein eigenes Plug-in programmieren, von Apple gibt es dafür ein Entwicklerkit. Sobald das Plug-in installiert ist, kann Spotlight zusätzliche Metadaten und/oder den Textinhalt indizieren.

Schnellsuche

Momentan verwenden der Finder, das Adressbuch, Mail, die Systemeinstellungen, der Automator und das Terminal die Suchtechnik von Spotlight. Spotlight selbst hat einen eigenen Menüpunkt ganz rechts in der Menüleiste (Lupe), der wie das Applemenü immer zu erreichen ist, egal in welcher Anwendung man gerade arbeitet. Ein Klick auf das Lupensymbol oder die Tastenkombination Befehl-Leertaste öffnet ein Eingabefeld und schon nach den ersten Buchstaben listet Spotlight seine Ergebnisse auf, jeweils gruppiert nach Kategorien wie Dokumente, E-Mails oder Kontakte. Dabei durchsucht Spotlight alle verfügbaren Volumes inklusive eventuell eingelegter CDs und DVDs.

Um ganz gezielt nach einem Begriff aus mehreren Wörtern zu suchen, setz man vor diesen ein Anführungszeichen. Dann sind nur diejenigen Fundstellen aufgelistet, in der die Begriffe in dieser Reihenfolge vorhanden sind. Was Spotlight nicht kann ist das Suchen nach Wortbestandteilen. Es findet deshalb Macwelt bei der Suche nach „Mac“ nicht aber bei der Suche nach „Welt“. Die Reihenfolge der Suchergebnisse ermittelt Spotlight aus dem Datum der letzten Verwendung und wenn verfügbar dem Inhalt der Datei und zeigt die wichtigsten und aktuellsten an. Sind mehr Suchergebnisse verfügbar als dargestellt werden können, ist dies an der Zahl nach „Alle einblenden“ ganz oben in der Liste zu erkennen. Klickt man auf diesen Punkt, öffnet sich das Spotlight-Fenster, in dem man nun gezielter nachforschen kann. Dieses Fenster lässt sich auch direkt mit der Tastenkombination Befehl-Wahl-Leertaste aufrufen (sofern ein Programm diese Tastenkombination nicht selbst verwendet) oder über das Kontextmenü eines Wortes in einem Text. Das funktioniert in Word 2004, Pages und Textedit, nicht jedoch in Appleworks oder Ragtime.

Das Spotlight-Fenster

Über die Punkte in der rechten Spalte des Fensters lässt sich die Suche einschränken. Unter „Ort“ wählt man aus, ob auf dem gesamten Rechner oder nur im eigenen Privatordner gesucht werden soll. Privatordner anderer Benutzer durchsucht Spotlight grundsätzlich nicht. Sind mehrere Volumes verfügbar, wählt man hier eines gezielt zur Suche aus. Mit den Punkten unter „Datum“ lässt sich die Suche zeitlich eingrenzen, während die beiden oberen Abteilungen festlegen, wie Spotlight die Suchergebnisse sortiert. In jeder Kategorie erscheinen zuerst maximal fünf Einträge, die anderen blendet Spotlight ein, wenn man auf „weitere“ unterhalb des letzten Eintrags klickt.

Neben jedem gefundenen Objekt in der Liste erscheint rechts ein Symbol mit einem „i“. Klickt man es an, gibt es zusätzliche Informationen, bei Bildern und PDF-Dokumenten außerdem eine Vorschau auf den Inhalt. Ein nochmaliger Klick blendet die Zusatzinformationen wieder aus.

Bei Bildern und PDF-Dateien lässt sich die Vorschau für alle Objekte einblenden, wenn man in der blauen Gruppenleiste auf das Symbol mit den vier kleinen Quadraten klickt. Mit einem Klick auf die Querstreifen gelangt man zur Listendarstellung zurück. Bilder lassen sich zudem bildschirmfüllend als Diashow abspielen. Dazu klickt man auf das Dreieckssymbol in der Gruppenleiste. Bewegt man während des Abspielens kurz den Mauszeiger, blendet das Mac-OS ein Steuerungselement für die Diashow ein.

Um ein Objekt aus der Fundliste zu öffnen genügt ein Doppelklick, oder man nimmt das Kontextmenü zur Hilfe. Dort gibt es bei Dokumenten und Ordnern auch Befehle, um das Original im Finder zu zeigen und um das Informationsfenster des Objekts im Finder zu öffnen.

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