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Lieber Lifestyle als Politik

14.09.2007 | 13:00 Uhr |

Nach einer amerikanischen Studie unterscheiden sich Nutzer-generierte Nachrichtenseiten deutlich von Onlineausgaben professioneller Medien. Lifestyle-Themen seien deutlich häufiger zu finden, Politikthemen spielten kaum eine Rolle, so die Studie.

Die Studie mit dem Originaltitel „The Latest News Headlines — Your Vote Counts“ untersuchte neben bekannten Nachrichtenseiten die Internetseiten Digg, Del.icio.us sowie Reddit, auf denen Nutzer die populärsten Nachrichten selbst bestimmen. Zusätzlich untersuchte das Forschungsprojekt das Angebot von Yahoo News, bei dem neben den Redakteuren die Leser Themen auswählen können.

Nach den Ergebnissen der Studie fanden sich Themen der etablierten Nachrichtenseiten kaum auf Digg & Co. wieder. Eine Einwanderungs-Debatte im amerikanischen Kongress, welche die Mainstream-Seiten bestimmte, erwähnte lediglich die Seite Reddit einmal. Meldungen über den Irak-Krieg machten bei den etablierten Seiten 10 Prozent aller Nachrichten aus. Bei den Nutzer-generierten Seiten beschäftigte sich hingegen nur ein 1 Prozent aller Meldungen mit dem Thema.

„Kleine Gruppe bestimmt bei Digg und Reddit die Themen“

Der Buchautor Nicholas Carr sieht die Studie als Beleg dafür, dass soziale Netzwerke unterhaltende Nachrichten bevorzugen würden. Blogger Scott Karp, der sich mit Journalismus-Themen beschäftigt, kritisierte hingegen, dass die Studie lediglich die Angebote von Digg, Del.icio.us sowie Reddit untersucht hätte. Diese Seiten könnten nicht das Interesse der gesamten Internetnutzer widerspiegeln, so Karp in einem Blogeintrag. Zudem würde bei den Angeboten von Digg und Reddit eine vergleichsweise kleine Gruppe die Top-Nachrichten bestimmen. Das sei ein Problem dieser Nutzer-generierten Seiten, schrieb Karp.

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