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Linux auf dem Mac: Neue Lösungen am Horizont

30.05.2007 | 09:28 Uhr |

Java, Adobe Apollo und Microsoft Silverlight machen es vor: Plattformübergreifende Lösungen wollen es Entwicklern leichter machen, Software zu entwickeln, die von Anfang an auf mehreren Betriebssystemen funktioniert.

Diesem Ansatz stehen eine Reihe von Virtualisierungslösungen gegenüber, die systemspezifische Software auf Fremdsystemen zum Laufen bringen. Nach Windows gerät nun Linux ins Rampenlicht: Immer mehr Lösungen bemühen sich, Software für das OpenSource-Betriebssystem auf auf dem Mac zur Verfügung zu stellen - ohne X11 und spezielles Know How für die Installation voraus zu setzen. Neu hinzu kommt KDE für Mac OS X, außerdem erscheint bereits im Juni LINA, eine neue Virtualisierungslösung, die nicht nur Linux bereits mitbringt, sondern sich auch um das typische Look-and-feel am Mac bemüht.

Vor allem seit Apples Intel-Switch lassen sich auch auf dem Mac eine Menge alternativer Systeme und Distributionen installieren. Für Windows gibt es nun schon seit mehreren Monaten Boot Camp und Virtualisierungslösungen wie Parallels Desktop und VMware Fusion, doch auch wer Linux auf seinen Mac spielen will, hat dafür mehr und mehr unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Während sich etwa die Distribution Ubuntu zur nativen Installation als Zweitsystem anbietet, lassen sich viele Linux-Programme auch mit einer X11-Oberfläche und dem Paketmanager FINK auf den Mac holen. Applikationen für die Linux- und UNIX-Oberfläche KDE kann man seit einigen Wochen aber auch ohne Hilfsmittel unter Mac OS X laufen lassen - möglich macht das eine neue Portierung. Und mit LINA schließlich steht allen Linux-Fans jetzt eine spezielle Virtualisierungsumgebung zur Verfügung, die im Gegensatz zu Parallels Desktop und VMware Fusion für Privatanwender kostenlos ist.  

KDE für Mac OS X

Die KDE-Pakete, die sich seit wenigen Wochen im Internet auch für Mac OS X herunterladen lassen, befinden sich derzeit noch in einer frühen Vorversion und lassen sich kaum sinnvoll verwenden. Dennoch zeigt der Ansatz, was in Zukunft kein Problem mehr sein wird. Zu Grunde liegt KDE 4, die auf den Mac portierten Pakete lassen sich wahlweise gemeinsam (everything) oder einzeln herunterladen und installieren sich als .pkg-Dateien selbstständig. Allerdings sollte man dabei die Abhängigkeiten der Pakete beachten: Die Installation von Qt, kdesupport und kdelibs ist neben Mac OS X 10.4 eine Grundvoraussetzung, weitere Abhängigkeiten lassen sich auf der Herstellerseite einsehen.  

LINA

Ein Softwarehersteller aus Kalifornien will die Virtualisierungslösung LINA im kommenden Monat für Windows und Mac OS X auf den Markt bringen. Die Software wird bereits eine eigene Linux-Distribution enthalten, außerdem einen Paketmanager in Form eines Web-Interface, über das sich die gewünschten und fertig kompilierten Anwendungen mit einem Klick herunterladen und installieren lassen. Das Prinzip: "Einmal programmieren, überall laufen lassen." LINA allerdings wird dafür sorgen, dass die Software unter jedem System - unter Linux selbst, unter Windows und Mac OS X - so aussieht, wie es der Anwender gewohnt ist. Bezahlen müssen weder die Anwender von LINA, noch OpenSource-Entwickler - lediglich kommerzielle Softwareanbieter sollen zur Kasse gebeten werden.

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