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Linux im bayerischen Wahlkampf

23.06.2003 | 11:24 Uhr |

Die Entscheidung des Münchner Stadtrates, die rund 14.000 Computer der Verwaltung der bayerischen Landeshauptstadt auf Linux umzustellen, hat den Landtagswahlkampf in Bayern erreicht.

Die SPD-Abgeordnete für München-Schwabing, Monica Lochner-Fischer, ließ in ihrem Wahlkreis in der letzten Woche den Slogan "Mehr Linux, mehr Freiheit" plakatieren.
Dem Nachrichtenmagazin Focus gegenüber zeigt sich die in Unterschleißheim vor den Toren Münchens angesiedelte deutsche Niederlassung des weltgrößten Softwareherstellers angegriffen. Firmensprecher Hans-Jürgen Croissant sieht seine rund 1.100 Mitarbeiter, von denen viele im neu geschnittenen Wahlkreis
der Abgeordneten lebten, als "unwillkommen hingestellt". Die Aktion sei so, als ob man am Firmenstammsitz von BMW "kauft mehr DaimlerChrysler" plakatieren würde. Frau Lochner-Fischer sei herzlich dazu eingeladen, in einem persönlichen Gespräch zu erklären, "was sie gegen Microsoft habe."
Die Politikerin erklärte dem Focus hingegen, nicht persönlich gegen Microsoft-Mitarbeiter zu agitieren, diese sollten sich jedoch schon mit ihrer Firma auseinandersetzen, die sich in der Vergangenheit wenig offen gezeigt habe. Auf ihrer Homepage begrüßt die gelernte Programmiererin, der vor fünf Jahren der Einzug in den Landtag nur über die SPD-Liste von Oberbayern gelungen war, die Entscheidung des Stadtrates als eine "Entscheidung für mehr Arbeitsplätze und Arbeitsplatzsicherheit in München und Bayern für mehr Wettbewerb auf dem Softwaremarkt."

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