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Neue Adobe-Lizenzbedingungen lösen Sturm der Entrüstung aus

22.11.2011 | 16:16 Uhr |

Wer dereinst seine Creative Suite auf Version 6 aktualisieren möchte, muss dazu Adobes Creative Suite 5.x installiert haben. Weitere Upgrade-Pfade wird Adobe nicht mehr gewähren - CS-Nutzer sind entsetzt.

Adobe Creative Suite 5.5
Vergrößern Adobe Creative Suite 5.5

Wenn selbst ein internationales Branchenschwergewicht wie Scott Kelby, der als Präsident der NAPP (National Association of Photoshop Professionals) und damit Vertreter von etwa 70.000 Photoshop-Anwendern weltweit, sich genötigt sieht einen kritischen offenen Brief an Adobe zu verfassen, dann muss schon etwas Besonderes vorgefallen sein.

Im Rahmen einer vorweihnachtlichen Rabattaktion für eine Vielzahl seiner Produkte hat der Hersteller Adobe klammheimlich seine Lizenzbedingungen für die Berechtigung zum Kauf von zukünftigen Upgrades geändert - und gewährt Upgrade-Preise nur noch für registrierte Anwender der jeweils letzten Versionen - im konkreten Fall der CS 5.x.

Bisher gibt es ein allgemeine, stillschweigende Übereinstimmung innerhalb der Software-Branche, dass Anwender mit dem Kauf einer Software eine Lizenz erwerben, die den zukünftigen Kauf von preislich attraktiveren Upgrade-Versionen erlaubt. Abhängig von Hersteller und aktuellen Upgrade-Bedingungen können Anwender durchaus Geld sparen. Je größer der Abstand zwischen aktuell genutzter Version und dem gewünschten Upgrade, desto höhere Kosten entstehen. In der Praxis zeigt sich, dass Designbüros, Werbeagenturen oder Verlage gerne mal eine Version überspringen. Die Gründe dafür sind ganz verschieden und reichen von wirtschaftlichen Gründen bis hin zur gerade vollzogenen Anpassung an ein komplexes Redaktionssystem, das mit einer neueren Programmversion nicht zusammenspielt.

Die neuen Lizenzbedingungen von Adobe erlauben nur noch Besitzern der Creative Suite (CS) Version 5.0 und 5.5 ein vergünstigtes Upgrade auf die im nächsten Jahr erscheinende Creative Suite 6. Anwender von älteren Creative Suites, wie 3 oder 4 müssen zwingend ein Upgrade auf die Version 5.5 durchführen, ansonsten zahlen sie beim Erwerb der Creative Suite 6 den vollen Preis für einen Neukauf. Nach den uns vorliegenden Informationen betrifft dies nicht die Nutzer der Version CS 5.0.

Gegenüber dem Portal The Loop rechtfertigt sich Adobe für den Schritt mit dem Zugewinn von Produktivität und die neu hinzugekommenen (kostenpflichtigen) Cloud-Dienste. Ein bis Dezember gültiger Rabatt von bis zu 20 Prozent auf Upgrades zur CS 5.5 sollen als Entgegenkommen gewertet werden.

Fazit

Es wird für Hersteller immer schwerer, neue Funktionen zu erfinden, die Anwendern den Kauf von verbesserten Programmversionen schmackhaft macht. Die Einführung eines monatlich fälligen Subskriptions-Preises für die Benutzung von Software zeichnet einen Weg vor, bei dem Anwender ihrer Wahlfreiheit beim Softwarekauf beraubt werden. Zwangsupgrades sind ein weiteres Zeichen für mangelnde Fantasie bei der Softwareentwicklung und eine besonders kundenunfreundliche Maßnahme.

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