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Patenttroll Digitude mit Apple-Lizenzrechten gegen Amazon, HTC & Co.

13.12.2011 | 07:15 Uhr |

Ein Patenttroll wie das erst 2010 gegründete Digitude Innovations sammelt Patente anderer Firmen in einem gemeinsamen Pool (Konsortium) um diese seinerseits zu Geld machen. Firmen, die an diesem Pool teilhaben, können ihrerseits Patente aus dieser Sammlung nutzen

Digitude Innovations
Vergrößern Digitude Innovations

Derzeit führt Digitude, das in Virginia (USA) beheimatet ist, Lizenzrechtverfahren beim International Trade Commission (ITC), der internationalen amerikanischen Handelskommission, gegen Größen wie Amazon, HTC, LG, Nokia, RIM, Samsung und Sony. Dies berichtet der US-Blog Techcrunch.

Zwei der vier Patente, auf die Digitude Anspruch erhebt, gehörten zuvor Apple, und sind offensichtlich erst dieses Jahr in das Konsortium von Digitude übergegangen. Dabei handelt es sich um Patente im Bereich der mobilen Information und Kommunikation, wie sie insbesondere bei Smartphones genutzt werden. Die entscheidende Frage ist nun, was Apple veranlasst haben könnte, sich diesem etwas undurchsichtigen Patentrechtesammler und -verfolger anzuschließen.

Spekulationen gehen in die Richtung, dass das Großunternehmen aus Cupertino mit dem Beitritt Lizenzrechtverfahren gegen Konkurrenten starten könnte, ohne dass zu viel Aufmerksamkeit in den Medien dadurch entstünde. Für wahrscheinlicher jedoch hält Techcrunch, die mit geradezu detektivischer Spürarbeit dem Weg von Apple-Patentrechten über einen ominösen Zwischenhändler zu Digitude nachgegangen sind, dass dieses an Apple herangetreten ist und einen Deal über die gegenseitige Verwendung von Lizenzrechten aus dem Pool abgeschlossen hat.

Die Rede ist von einem Dutzend Patenten, die Apple dort eingebracht haben soll. Im Rahmen der zahlreichen Streitigkeiten und Verbotsanträge um und wegen vorgeblicher oder tatsächlicher Lizenzrechtvergehen der verschiedenen Smartphone-Anbieter einschließlich Apple muten diese neuen Informationen wie der weitere Höhepunkt eines fast schon bis aufs Messer geführten Verdrängungswettbewerbs an, von denen die potentiellen Kunden am Ende am wenigsten haben werden. Doch vorläufig bleibt abzuwarten, welche weiteren Details an die Oberfläche sickern. Laut Techcrunch wollten sich weder Apple noch Digitude dazu äußern. Die durchaus spannenden Einzelheiten zu diesen Enthüllungen finden sich auf der Site von Techcrunch .

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