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Kommunikationsexperte kritisiert Apples Krisenmanagement

29.04.2011 | 07:21 Uhr |

Michael Robinson, Senior Vice President von Levick Strategic Communications, hat gegenüber unseren Kollegen der Computerworld Apples Krisenmanagement in der Location-Affäre scharf kritisiert

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Robinos, dessen Washingtoner Firma Unternehmen in Notfällen mit der öffentlichen Kommunikation hilft, versteht vor allen Dingen nicht, dass sich Apple eine Woche Zeit gelassen hat, um auf die Vorwürfe des Trackings zu regieren und die auf dem iPhone aufgetauchte Datenbank zu erklären: "Für ein Unternehmen, das stolz darauf ist, zu wissen, was der Verbraucher will und was er denkt, hat Apple deutlich daneben gehauen." Es sei überraschend, dass Apple nicht verstanden habe, wie fundamental der Wunsch seiner Kunden nach Privatsphäre ist: "Dieser Schnitzer ergibt für mich keinen Sinn."

In der schnelllebigen Zeit, in der Sekunden einen Unterschied machen, sei die Woche, die Apple bis zu einer Erklärung verstreichen ließ, eine viel zu lange Zeit. Schließlich habe es sogar der Kongress geschafft, zwischenzeitlich eine Anhörung einzuberufen, zu der Apple am 10. Mai erscheinen müsse. Steve Jobs hat die Verzögerung damit erklärt, dass man erst gründlich den Beschwerden nachgegangen sei und eine verständliche Erklärung gesucht habe. Diese Entschuldigung lässt Robinson nicht gelten. Steve Jobs hätte sofort in den Medien Gehör gefunden, Apple hatte rechtzeitig Gelegenheit, seine Botschaft zu verbreiten. Auch klinge für ihn die Einlassung in Apples Statement , Apple und seine Konkurrenten hätten bis dato zu wenig über die neue Technik aufgeklärt, arrogant: "Es ist immer ein gute Idee aufzuklären, aber vorzuschlagen, die Leute hätten es einfach nicht verstanden, während Apple genug Gelegenheit für mehr Offenheit hatte, ist nicht der Weg, die Herzen und Hirne der Kunden für sich zu gewinnen."

Das Krisenmanagement Apples hält Robinson so gerade noch für akzeptabel, die Diskussion über Ortungsdaten sei aber gerade erst an ihrem Beginn. Apple habe so die Chance, den Schaden wieder gut zu machen und sich im Gegenteil als Anwalt der Verbraucher aufzuschwingen. Apple müsse sich an die Spitze der Diskussion über Privatsphäre setzen und neue Standards definieren. Sobald Verbraucher nach vorne schauen und nicht zurück, kehre deren Vertrauen zurück, rät der Kommunikationsexperte.

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