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Apple erklärt die Details zur Location-Affäre

27.04.2011 | 14:59 Uhr |

In einer Stellungnahme erklärt Apple, was es mit der Geo-Logdatei des iPhone auf sich hat. Es gehe dabei nicht um Ausspähung des Nutzers.

Apple hat eine Frage-Antwort-Stellungnahme zur Affäre um die "consolidated.db"-Datenbank veröffentlicht. In dieser Logdatei speichert das iPhone Standortdaten automatisch und ohne Einfluss des Nutzers. Wegen des iTunes-Backups kann man diese Datei aus dem Backup-Ordner sichern und auslesen.

Viele Spekulationen ranken sich um diese Datei, auch wenn es offenbar keine direkte Verwendung dafür gibt. Apple will jetzt mit diesen Vermutungen aufräumen. In der "Q&A on Location Data" gibt Apple Auskunft zu der ominösen Datei.

Wofür diese Datenbank?

So beschreibt das Unternehmen: "Apple speichert die Position des iPhones nicht." Auch das iPhone selbst speichere keine eigenen Positionsdaten. Die Daten seien ein Cache für die Ortung, die das iPhone von Apple herunterlade. Es handele sich um Apples Datenbank von Funktürmen und WLAN-Netzen. Das iPhone lädt Teile der Datenbank herunter. Die Koordinaten beschreiben also den Standort der umliegenden Funktürme und WLANs. Diese könnten etliche Kilometer entfernt sein, was seltsame Einträge in den Daten der Nutzer erklären würde. Das iPhone benutzt diese heruntergeladenen Daten laut Apple, um schneller die aktuelle Position finden zu können. Die Daten, die in dieser strittigen Datenbank gespeichert seien, sind Daten, die aus Apples Ortungsdatenbank stammen.

Die Einträge in der Datenbank sind laut Apple keine Ortungskoordinaten vom Nutzer, sondern Einträge aus Apples Datenbank zur schnelleren Ortung.
Vergrößern Die Einträge in der Datenbank sind laut Apple keine Ortungskoordinaten vom Nutzer, sondern Einträge aus Apples Datenbank zur schnelleren Ortung.

Dass Apple seit iOS 4 eine eigene Datenbank für die Ortung per WLAN nutzt, ist bereits seit Erscheinen des Systems bekannt. Apple sammelt zudem Informationen über WLAN-Standorte für diese Datenbank bei den Nutzern. Diese Informationen werden laut Apple jedoch anonymisiert übertragen und Apple können keinen Anwender konkret orten. Zudem gibt Apple zu, dass man anonymisierte, ortsbezogene Verkehrs-Daten sammle, um "in Zukunft verbesserte Verkehrsdienste anbieten zu können."

Apple geht auch auf den Punkt ein, warum das iPhone die Daten so lange im Speicher behält. Einige Anwender haben Ortungsdaten von über einem Jahr auf ihrem iPhone gefunden. Dies sei laut Apple ein Fehler. Eigentlich reiche ein Cache von einer Woche aus, so Apple. Mit einem kommenden Update will man das beheben. Auch sollte das iPhone keine Daten aus Apples Datanbank laden, wenn die Ortungsdienste vom Nutzer deaktiviert sind. Auch dies will Apple beheben.

Ein Update folgt

In "den nächsten Wochen" will Apple ein Update veröffentlichen, das die Größe des Geo-Caches limitiert und ihn löscht, wenn der Nutzer die Ortungsdienste deaktiviert. Zudem soll die fragliche Datenbank ab der nächsten Versionsnummer von iOS verschlüsselt werden.

Info: Q&A on Location Data

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