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Loewe: Apple ist großes Vorbild

05.09.2013 | 15:43 Uhr |

Der angeschlagene TV-Hersteller gibt auf der IFA seine Neuausrichtung bekannt und will sich radikal umbauen.

Glaubt man den Medienberichten, dürfte es Loewe heute eigentlich gar nicht mehr geben - Vorstandsvorsitzender Matthias Harsch beginnt die Loewe-Pressekonferenz schonungslos und ohne vom Thema abzuschweifen. Dem angeschlagenen TV-Hersteller geht es nicht gut. Immerhin habe man aber Sicherheit bis zum ersten Quartal 2014 durch die Unterstützung von Banken und auch des Freistaats Bayern. Außerdem suche Loewe immer noch nach Investoren und sei mit vielen potenziellen Partnern im Gespräch. Die Personalpolitik wolle man ebenfalls von dieser Frage abhängig machen, so Matthias Harsch auf Nachfrage.

Fast könnte man meinen, Loewe habe den Trend ins neue Fernsehzeitalter verschlafen. Während die Konkurrenz auf der IFA einen 4K-Fernseher nach dem anderen aus den Kartons packt, wird Loewe noch kein solches Gerät auf den Markt bringen und verbannt stattdessen ein entsprechendes Modell zu Demozwecken auf seinen Messestand in ein Nebenzimmer.

Loewe will weiterhin auf Home Entertainment setzen und hat jetzt auch Audiosysteme im Produktportfolio. Allerdings will der TV-Hersteller jetzt auch Software in den Mittelpunkt stellen. Eine einfache Bedienung und ein portierbares User Interface seien dabei die maßgeblichen Voraussetzungen. Mit mbrix stellt Loewe die erste Plattform für TV-Software vor, die sämtliche europäischen Standards abdecke. Apple sei dabei das große Vorbild, denn die Kalifornier hätten es geschafft, exzellente Geräte mit einfacher Bedienung unter das Volk zu bringen. Überhaupt spielten Apple-Geräte während der Keynote eine große Rolle. Auf sämtlichen Folien waren iPhones oder iPads zu sehen, die an Lautsprecher angedockt waren. Android war nur am Rande Thema.

Loewe ist ebenso auf der Suche nach Content-Partnern für Video-on-Demand oder Audio-on-Demand. Die Kronacher wollen sich künftig nicht nur an das Premium-Segment richten, sondern auch das Premium-Einstiegs- und Luxus-Segment bedienen. Der Low-Price-Bereich sei aber nach wie vor keine Alternative. Wie genau Loewe jedoch das Premium-Einstiegs-Segment bedienen wolle (außer vielleicht mit 800 Euro teuren Einstiegs-Fernsehgeräten) verriet Technikvorstand Dr. Detlef Teichner jedoch nicht. Er kündigte lediglich ein Projekt X für 2014 an.

Loewe wolle wieder an Bodenhaftung gewinnen, denn in der Vergangenheit wurde dem Konzern vielfach vorgeworfen, diese verloren zu haben. Allerdings, so Teichner, dürfe das TV-Erlebnis nicht an Emotionalität verlieren. Der Technikchef kann es einfach nicht glauben, dass es tatsächlich Leute gibt, die sich Filme auf dem iPad anschauen. Dafür hat Loewe in verschiedene Design-Objekte investiert. Die Ergebnisse kann man sich am Stand in Halle 6.2 auf der IFA anschauen. Unter anderem sieht man darin, wie sich Fernseher im Kleiderschrank des Schlafzimmers integrieren lassen. Das sorgte in der Tat bei dem einen oder anderen Messebesucher für Emotionen.

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