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Lucent setzt voll auf Glasfaser

16.06.2000 | 00:00 Uhr |

Der US-Telekommunikationsausrüster Lucent
Technologies plant nach Informationen des Magazins "Business Week"
die Abspaltung seiner Mikroelektronikbranche. Der Wert dieser
Transaktion könnte bei rund 40 Milliarden US-Dollar (82 Mrd DM),
berichtete das Magazin am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe unter
Berufung auf Unternehmenskreise. Dem Plan zufolge will sich Lucent
auf Glasfasernetze konzentrieren, während die unabhängige
Mikroelektroniksparte Bauteile an Lucent und die Konkurrenten liefern
soll. Lucent wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Das Magazin zitiert Greg Geiling, Analyst bei der Investmentbank
J.P. Morgan, demzufolge eine Abspaltung der Mikroelektronik-Sparte
extrem positiv für die Lucent-Aktionäre sei. Laut Geiling habe der
Lucent-Vizepräsident Bill O'Shea eine derartige Entscheidung bei
einer Diskussion im Rahmen einer Branchenmesse nicht ausgeschlossen.
Ein anderer Analyst habe hingegen einen solchen Schritt nur als
kurzfristig positiv eingestuft. Langfristig würde die Abspaltung
gegen Lucent arbeiten.

Die Lucent-Mikroelektroniksparte fertigt Computerchips, Laser und
Miniaturbausteine, die in optischen Telekomnetzen zum Einsatz kommen.
Laut "Business Week" sei in dieser Sparte ein Umsatzwachstum von 20
Prozent auf drei Milliarden Dollar zu erwarten. Lucent versuche mit
der Abspaltung den Erfolg von Firmen wie JDS Uniphase
nachzuvollziehen. Die Aktien dieses Herstellers optischer
Netzwerkbauteile haben seit Jahresanfang rund 49 Prozent zugelegt.
Grund sei der boomende Markt für optische Bauteile, der nach Angaben
des Brokerhauses Robertson Stephens in laufenden Jahr um 46 Prozent
auf 23,6 Milliarden wachsen werde.
dpa

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