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Lycos Europe steigert Umsatz und senkt Verlust

14.03.2002 | 11:32 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Internet-Portalbetreiber Lycos Europe verbuchte im Rumpfgeschäftsjahr 2001 (1. Juli - 31. Dezember 2001) einen Nettoverlust in Höhe von 67,5 Millionen Euro. Damit gelang es den Niederländern, das Defizit gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 160 Millionen Euro) um 58 Prozent zu senken. Der operative Verlust (vor Zinsen und Steuern - Ebit) ging um 59 Prozent von 116,9 Millionen auf 48,1 Millionen Euro zurück. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent von 57,1 Millionen auf 68,8 Millionen Euro. Der Zuwachs wurde jedoch im Wesentlichen durch Zukäufe erzielt, nachdem die Werbeeinnahmen, die für rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich zeichnen, um fast 29 Prozent einbrachen. Die Bereiche E-Commerce, Shopping und Internet-Zugang konnten dagegen um 72 Prozent auf 48 Millionen Euro zulegen.

Wie das Unternehmen mitteilte, wurde in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2001 ein Restrukturierungsplan für Frankreich, Deutschland, Norwegen und Schweden gestartet. Außerdem beendete Lycos Europe seine Aktivitäten in Österreich, Finnland, Polen und der Schweiz. Aus den damit verbundenen Abfindungen für entlassene Mitarbeiter und gekündigte Leasingverträge seien bislang Kosten in Höhe von 11,6 Millionen Euro entstanden. Insgesamt gingen die Abschreibungen jedoch um fast 63 Prozent auf 14,8 Millionen Euro zurück. Zum Jahreswechsel verfügte das defizitäre Unternehmen noch über liquide Mittel in Höhe von 288,9 Millionen Euro verglichen mit 353,2 Millionen Euro ein halbes Jahr zuvor. Nach eigenen Angaben plant Lycos Europe die Betriebskosten weiterhin zu senken, um ohne zusätzliche Finanzierung bis Jahresende das anvisierte Break-even-Ziel auf Ebitda-Basis zu erreichen. So wurden bereits im Rumpfgeschäftsjahr 2001 die Vertriebs- und Marketing-Kosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 84 Prozent auf 16,4 Millionen Euro gesenkt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung steigerten die Niederländer dagegen um über 37 Prozent auf 20,3 Millionen Euro. (mb)

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