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Herr der Ringe Online könnte durch Tolkien-Klage offline gehen

22.11.2012 | 10:24 Uhr |

J.R.R. Tolkiens Erben wollen Online-Games, die an die Werke des bekannten Fantasy-Autors angelehnt sind, gerichtlich verbieten lassen. Sollte Tolkien Estate damit Erfolg haben, müsste Warner Bros. den Betrieb des MMORPGs Der Herr der Ringe Online einstellen.

Tolkien Estate, eine von J.R.R. Tolkiens Erben verwaltete Körperschaft für die Rechte an den Werken des Autors, hat in dieser Woche Klage gegen Warner Bros. und The Saul Zaentz Company eingereicht. Der Grund: Beide Unternehmen hätten ihre 1969 und 1975 erworbenen Lizenzrechte an "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe" unrechtmäßig auf nicht-physische Produkte ausgeweitet.

Laut Tolkiens Sohn Christopher, dessen Frau Ballie und dem Tolkien-Neffen Michael seien die Markenrechte lediglich für physische Merchandise-Artikel erteilt worden. Sowohl Warner Bros. als auch The Saul Zaentz Company hätten mit Tolkiens Figuren jedoch auch Download-Games, MMOs und Online-Glücksspiele vermarktet. Da eine derartige Ausweitung nicht im Lizenzvertrag vorgesehen gewesen sei, fordert Tolkien Estate nun Schadenersatzzahlungen in Höhe von 80 Millionen US-Dollar sowie die Abschaltung sämtlicher Internet-Spiele.

Von dieser Forderung könnten vor allem das MMORPG Der Herr der Ringe Online sowie zusätzliche Download-Inhalte für Herr-der-Ringe-Videospiele betroffen sein. Die Videospiele selbst dürften jedoch auf dem Markt bleiben, da sie auf physischen Datenträgern im Handel angeboten werden. Warner Bros. hat bislang noch keine Stellungnahme zur Klage abgegeben. Es bleibt abzuwarten, ob der Publisher sein MMORPG tatsächlich in den nächsten Monaten einstellen muss. Ein richterlicher Entscheid im Fall Tolkien Estate gegen Warner Bros. dürfte wohl erst im nächsten Jahr zu erwarten sein.

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