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MP3.com schließt Kompromiss mit Verband der US-Musikverleger

19.10.2000 | 00:00 Uhr |

Die Chancen, dass Millionen von Musik-Fans auch
weiterhin zu jeder Zeit und an jedem Ort ihren Lieblingssong per
Internet hören können, sind am Mittwoch erheblich gestiegen.

Die Internet-Musikfirma MP3.com hat sich im Urheberrechtsstreit
mit dem Verband der amerikanischen Musikverleger (National Music
Publishers Association) auf einen Kompromiss geeinigt. Zuvor hatte
MP3.com bereits einen Vergleich mit vier der fünf großen Musikfirmen
geschlossen, die das Internet-Unternehmen verklagt hatten. Nur der
Rechtsstreit mit der Universal Music Group, der weltgrößten
Musikfirma, ist noch nicht entschieden.

Wie MP3 am Mittwoch in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien)
mitteilte, wird es in den kommenden drei Jahren jeweils bis zu zehn
Millionen Dollar Lizenzgebühren für mehr als eine Million Songs
bezahlen, die Musikfans über den MyMP3.com-Internetdienst online
abhören können. Die Nutzer müssen dabei nur nachweisen, dass sie die
CD besitzen, die das abgerufene Werk enthält. Dafür müssen sie die CD
in ihren Computer einschieben.

«Diese Vereinbarung ist ein Riesenschritt für alle Verbraucher,
die bloß die Musik hören wollen, die sie bereits besitzen», sagte
MP3-Präsident Robin Richards. Verbandspräsident Edward Murphy sprach
von einem «dreifachen Sieg für die Musikschaffenden, Internet-
Musiklieferanten und Hörer».

Die Vergleiche mit der amerikanischen Warner Music Group (Time
Warner), BMG Entertainment (Bertelsmann), die japanische Sony Music
und die britische EMI sollen MP3.com nach unbestätigten
Branchenberichten pro Firma 20 Millionen Dollar kosten.

Der Universal Music Group, einem Tochterunternehmen des
kanadischen Unterhaltungs- und Getränkekonzerns Seagram, muss MP3
möglicherweise bis zu 250 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Ein
US-Bezirksrichter hatte im September in New York entschieden, dass
MP3.com «vorsätzlich» Urheberrechte verletzt hat. Die genaue
Entschädigungssumme soll im November festgelegt werden.

Der Fall hat enorme Bedeutung für die Musik- und die
Internetbranche. Es gibt auch Gerichtsverfahren gegen die
Internetfirma Napster, die einen Austausch von Musik über das
Internet ermöglicht.
dpa

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