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MP3.com verliert Urheberrechtsverfahren mit Universal Music

07.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die Internet-Musikfirma MP3.com hat am Mittwoch
eine schwere gerichtliche Niederlage in einem Urheberrechtsprozess in
New York erlitten. Der zuständige US-Bezirksrichter Jed Rakoff
entschied, dass MP3.com «vorsätzlich» Urheberrechte von Musikfirmen
verletzt hat. Kläger war die weltgrößte Musikfirma Universal Music
Group, eine Tochterfirma des kanadischen Unterhaltungs- und
Getränkekonzerns Seagram.

MP3.com hatte es Kunden mit seinem MyMP3.com-Internetdienst
ermöglicht, CDs von jedem beliebigen Ort abzuhören. Die Nutzer
mussten nachweisen, dass sie die CD besitzen. Dies geschah, indem sie
ihre CDs in einen Computer eingaben.

MP3.com muss 25 000 Dollar an Entschädigung für jede Compact Disc
an Universal zahlen, für die die Urheberrechte missachtet wurden.
Dies hat die amerikanische Wirtschaftsnachrichtenagentur «Bloomberg»
am Mittwoch berichtet.

Universal wollte für jede Urheberrechtsverletzung 45 000 Dollar
haben, doch hatten die MP3.com-Anwälte bei einer zu hohen
Entschädigungssumme vor einem Konkurs gewarnt.

Der Richter wird im November in einer neuen Verhandlungsphase
entscheiden, bei wie vielen CDs die Internetfirma die Urheberrechte
verletzt hat. MP3.com insistierte, dass es nicht mehr als 4 700 CDs
waren, während Universal Entschädigung für bis zu 10 000 CDs haben
will. Der Richter wollte mit seiner Entscheidung auch andere
potenzielle Urheberrechtsverletzer auf dem Internet abschrecken.

Die Entschädigungssumme könnte sich auf 118 Millionen Dollar (264
Mio Mark/136 Mio Euro) belaufen. MP3.com will in Berufung gehen.
MP3.com hatte sich zuvor mit den anderen großen Musikfirmen
verglichen.
dpa

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