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Mobile Tech Conference: Jenseits von Mobile

15.03.2013 | 13:07 Uhr |

Nach der CES in Las Vegas und dem MWC in Barcelona waren die großen und wichtigen Trends der Mobile-Branche abgesteckt: Automotive, Mobile-Payment, Sprachsteuerung. Auch auf der Entwicklerkonfernez MTC Spring 2013 in München waren das die Kernthemen.

Das Smartphone hat das Handy abgelöst: Als Andrea Rasmini von der University of Boras während seiner Eröffnungskeynote die Frage stellt, wer unter den Teilnehmern ein Smartphone dabei hat, gehen nahezu alle Hände hoch. Auf einer Mobile-Konferenz ist das zwar nicht wirklich überraschend.

Aber im Ernst: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele Stunden Sie eigentlich noch offline sind? Die meisten Smartphones-User haben ihr iPhone immer mit dabei, nachts dient es als Wecker auf dem Nachttisch. Theoretisch ist das Web also auch dann in Reichweite.

In Sachen Trends wurde auf der MTC 2013 nichts wirklich Neues besprochen – dafür haben sich die Hersteller mit ihren Neuerungen auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas (Januar) und auf dem Mobile World Congress in Barcelona (März) bereits ausgiebig gezeigt. Und dennoch waren die Themen Automotive, Mobile Payment, Natural Interfaces oder auch das „Quantified Self“, also das Auslagern von persönlichen Informationen über iHealth-Lösungen wie Fitbit oder Runtastc, präsent.

Usability im Fokus der Entwickler

Eines der wichtigsten Themen der diesjährigen Frühjahrs-Ausgabe der Mobile Tech Conference 2013 war die Usability von Apps. Denn: Die beste und schickste App ist völlig wertlos, wenn die User nicht schnell und einfach mit der App zurechtkommen. Das gilt besonders für die Dienste "hinter" den Apps.    

Andrea Resmini vergleicht in seiner Keynote das App-Business mit dem Banking: Es ist im Grunde egal, ob ich an den Schalter gehe, die Homepage oder den telefonischen Kundendienst nutze oder die App der Bank bemühe – das Nutzererlebnis ist nicht verknüpft, jeder Kanal steht für sich. Dieses Schubladendenken – so die Botschaft an die anwesenden Entwickler – verhindert die Entstehung guter Services.

Monetarisierung? iOS deutlich vor Android

Wer Apps macht, will meist zwei Dinge: Reichweite und Umsatz. David Maret von Distimo , einer Firma die sich auf App-Auswertungen spezialisiert hat, präsentierte auf der MTC Zahlen zu den App-Umsätzen. Während der iOS-App Store in Sachen Umsatz vorne liegt, gewinnt Google Play klar und deutlich bei der Zahl der Downloads. Apples App Store erreicht nach Distimo-Zahlen also deutlich höre Revenues als Googles Play Store.

Das Spiel „ Temple Run 2 “ zum Beispiel konnte im Januar 2013 doppelt so viele Downloads über Google Play erreichen als über iOS – dafür konnte in Apples iOS-App Store bei nur halb so vielen Downloads das Doppelte an Umsatz erzielt werden. Wer also mit seiner App möglichst viel Geld verdienen will, konzentriert sich auf iOS, während Entwickler mit Reichweitenfokus auf die Android-Plattform schauen.

Ebenfalls App-Trend: das Freemium-Modell. Blickt man auf die umsatzstärksten iOS-Apps, tauchen generell drei Arten von Monetarisierungsmodellen auf: die voll bezahlten Apps (One-Off), Freemium-Apps (kostenlose Apps mit In-App-Käufen) sowie Apps, die einen Grundpreis kosten und zusätzliche bezahlte Inhalte bieten. Es gibt unter den Top-Performern im App Store nur wenige herausragende Bezahl-Apps wie beispielsweise das Klötzchenspiel „ Minecraft “ oder den Messenger „ WhatsApp “.

Das Gros der umsatztstärksten Apps kommt im Moment aus dem Lager der Freemium-Titel. Das Modell, eine zunächst kostenlose App über In-App-Käufe profitabel zu machen, scheint vor allem bei Games gut aufzugehen. Das kontroverseste Beispiel der vergangenen Tage dürfte sicher „ Real Racing 3 “ sein, das wir uns im iPhone-Test ausführlich angesehen haben. Darüber, ob Free2Play auch immer Fair2Play sein muss, kann man sicher trefflich diskutieren – rein vom finanziellen Aspekt für die Entwickler macht Freemium aber Sinn. Das Beispiel Dropbox zeigt, dass Abos gut und fair funktionieren können.

Mobile Tech Awards verliehen

Neben diversen Keynotes, Sessions und Workshops fand wie im Vorjahr auch heuer wieder im Rahmen der Mobile Tech Con Open die Verleihung der Mobile Tech Awards satt. Ausgezeichnet wurden Apps aus den Kategorien „Business & Productivity“ (Sieger: Lufthansa ), „Information & Service“ (Sieger: Berliner Zeitung ) und „Lifestyle und Entertainment“ (Sieger: Royal Revolt ) nach einem Publikumsvoting. Als Sieger des Sonderpreises der Jury wurde der innovative Facebook-Aggregator „ Gabi “ ausgezeichnet.

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