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MW Expo: One more thing - neue iMacs!

08.01.2001 | 00:00 Uhr |

San Francisco / Macwelt -Nicht G4-Macs und Powerbooks wird Steve Jobs auf der Macworld Expo alsKnaller präsentieren, sondern neue iMacs. Aus San Francisco berichtetSebastian Hirsch, was an den bisherigen Gerüchten dran ist und was SteveJobs vermutlich wirklich vorstellen wird

Es mag an der steigenden Bedeutung des Internet liegen oder an der
steigenden Beliebtheit Apples: Nie zuvor ist die One-Man-Show namens
Macworld Expo Keynote, das Podium Steve Jobs' für
Apple-Produktankündigungen, so fleißig diskutiert worden wie dieses
Jahr. Besonders auffällig: Statt der üblichen Internet-Gerüchteküchen
haben sich inzwischen auch seriöse Publikationen von Macweek und Cnet
über Wall Street Journal bis hin zu bislang unverdächtigen Organen wie
dem Austin American-Statesman in das Große Kaffeesatzlesen
eingeschaltet. Und alle bewegt nur die eine Frage: Was bringt Apple?
So groß die Anzahl derer ist, die eine Voraussage auf die Expo wagen, so
gering sind die Unterschiede in den Prophezeiungen. Das Lehrstück in
Sachen Internet-Demokratie und Meinungsvielfalt im weltweiten Netz zeigt
nämlich nur eins: Es schreiben alle hemmungslos voneinander ab.
Losgetreten hat die Lawine der Nachrichtendienst Cnet, der, mit
journalstischer Kredibilität (und viel Geld) gesegnet, im Internet als
absolut seriös und vertrauenswürdig gilt. Nachdem Cnet über kommende
Single-Prozessor-Macs bis 733 MHz, ein Sub-Notebook und noch die ein
oder andere Überraschung spekuliert hatte (beziehungsweise, wie
inwischen üblich, die "Informationen" aus "Insiderkreisen" zugesteckt
bekommen hatte), griffen erst ZD-Net, später Macweek und dann fast alle
größeren Publikationen die Gerüchte auf.

Während das Internet also die eigenen Gerüchte immer weiter
reproduziert, wollen wir nicht außen vor stehen. Was wird kommen, was
nicht? Wagen wir also einen Blick auf das, was wahrscheinlich (und
möglich) ist:

High-end-Macs

Besonders ausgeprägt sind die Spekulationen, was die G4-Macs von Apple
angeht. Cnet hatte berichtet, Apple werde keine weitere
Multiprozessor-Macs mehr anbieten. Stattdessen werde es Rechner mit
einzelnen Prozessoren geben, die aber dank mehrerer Prozessorsteckplätze
erweiterbar seien. Getaktet seine die Prozessoren mit bis zu 730 MHz.
Für diese Spekulation spricht, dass Motorola, Lieferant des
G4-Prozessors, Probleme hat, höher getaktete Prozessoren in größeren
Stückzahlen zu liefern. Ergo wäre es logisch, Rechner mit nur einem
Prozessor anzubieten, zumal der Power Mac G4/400 mit nur einem Prozessor
sich erheblich besser verkaufte als die Brüder mit Doppelhertz.
Allerdings hat Apple die Doppelprozessor-Strategie bislang - zu Recht -
als Zukunft angepriesen, und ein großer Teil der Vermarktung von Mac-OS
X beruht auf der wesentlich besseren Unterstützung von mehreren
Prozessoren. Nun wieder zurückzustecken und auch im High-end-Bereich mit
einzelnen Prozessoren anzukommen, wäre eine sehr rückwärts gewandte
Entscheidung, die zudem der Attraktivität von Mac-OS X schaden würde.
Wahrscheinlicher ist, dass Steve Jobs Macs mit nur leicht schnelleren
Prozessoren (bis 600 MHz), dafür aber mit schnelleren
Platinenkomponenten (Systembus, Speicher, Grafik) vorstellen wird. Zudem
werden alle G4-Macs mit Prozessorsteckplatz für einfache Aufrüstung
versehen sein. Die Demonstration eines G4-Prototyps der nächsten
Generation (G4 Plus, verfügbar Mitte des Jahres) wird die potenziellen
Käufer davon überzeugen, dass die neuen G4-Macs auch langfristig schon
jetzt eine gute Investition sind.

Tatsächlich wird Steve Jobs kaum eine andere Wahl haben. Die bestehenden
G4-Prozessoren lassen sich nicht höher takten und die nächste Generation
ist zwar auf dem Weg, braucht aber noch etwas Zeit bis zur (Markt-)
Reife. Eine schnellere Hauptplatine, die weitgehend schon jetzt
verfügbare Standardkomponenten verwendet, dürfte Apple allerdings schon
fertig in der Tasche haben. Ob sich die Ingenieure auf einen 133-MHz-Bus
mit PC-133-Speicherbausteinen beschränkt haben oder schon einen
schnelleren Bus und DDR-RAM bringen werden, darauf darf man gespannt
sein. Letzteres würde zwar nicht so viel Geschwindigkeitsvorteil
bringen, wäre aber eine gute Investition in die (G4-Plus-) Zukunft.
Unwahrscheinlich ist, dass Apple die relativ hohen Preise der G4-Macs
wird halten können. Sie werden sich zwar über den derzeitigen
Ausverkaufspreisen, aber unter den bisherigen regulären Preisen bewegen.

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