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Mac 2014: Schnelle Chips, mehr Retina und 4K

07.01.2014 | 13:35 Uhr |

Im vergangenen Jahr hat Apple eine Reihe neuer Macs vorgestellt, doch auch im Jahre 2014 gibt es jede Menge Raum für Weiterentwicklungen, darunter befinden sich durchaus spannende neue Macs

Während Apple im vergangenen Jahr von Intels rasantem CPU-Zeitplan profitiert hat, wird es in diesem Jahr etwas langsamer vorangehen, denn seit Juni 2013 hat das Unternehmen bereits sämtliche Mac-Produktreihen erneuert. Mit einer Ausnahme: dem Mac Mini.

Mac Mini

Hier steht in diesem Jahr definitiv ein Update an, denn der Mac Mini basiert als einziger Rechner im aktuellen Angebot noch auf Intel-Chips von 2012 (Ivy Bridge). Mac Minis mit aktuellen Haswell-CPUs dürften daher nicht lange auf sich warten lassen. Vermutlich nutzt Apple noch das erste Quartal, um neue Modelle auf den Markt zu bringen.

Mac-Trends 2014

– Mac Mini mit Haswell-CPUs
– Macbook Air mit Retina Display
– Macbook Pro mit Broadwell-CPUs
– iMac mit 4K-Display
– mehr Thunderbolt-Peripherie für Mac Pro

Große technische Überraschungen sind dabei nicht zu erwarten. Das Gehäusedesign bleibt unverändert, lediglich die Innereien erhalten eine Frischzellenkur. Vermutlich wird Apple bei seiner zweigleisigen Strategie bleiben: Das heißt Dual-Core-Prozessoren für die Basisversionen und Vierkerner im Top-Modell und in einer Server-Variante. Alle Mac Minis arbeiten weiterhin mit Chipsatz-Grafikeinheiten von Intel. Ein diskreter Grafikchip ist nicht zu erwarten.

Noch muss sich der Mac Mini mit Technologie von 2012 zufrieden geben, denn CPU und Chipsatz basieren auf Intels Ivy-Bridge-Technik. In diesem Jahr kommt der aktuelle Intel-Chip aus der Haswell-Baureihe.
Vergrößern Noch muss sich der Mac Mini mit Technologie von 2012 zufrieden geben, denn CPU und Chipsatz basieren auf Intels Ivy-Bridge-Technik. In diesem Jahr kommt der aktuelle Intel-Chip aus der Haswell-Baureihe.
© Apple

Im Vierkern-Mac-Mini darf man allerdings auf die leistungsfähigere Iris-Pro-Grafik hoffen, die Apple derzeit bei den 15-Zoll-Macbook-Pro-Modellen mit Retina-Display einsetzt. Die Taktfrequenzen dürften sich zwischen 2,0 und 2,5 Gigahertz bewegen. Beim Arbeitsspeicher wäre es an der Zeit, den Mac Mini auf den Standard von acht Gigabyte anzuheben. Die derzeitige Standardkonfiguration mit vier Gigabyte ist nicht mehr zeitgemäß.

Auch bei den Massenspeichern dürfte sich einiges verändern. Ein Terabyte wird es sicher schon in der Basisversion geben. Möglich wären 1,5 Terabyte, aber auch ein Fusion Drive mit 1,6 Terabyte (1,5 TB mag­netisch plus 128 GB SSD) oder eine reine SSD-Version mit 512 Gigabyte Kapazität. Für den Mac Mini Server wären zwei Platten mit je 1,5 Terabyte sinnvoll.

Mobile Macs

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass Apple mobile Macs mit ARM-CPUs bringen könnte, um sich von Intel loszusagen. Apples A7 in iPhone 5S und iPad befeuert solche Gerüchte zusätzlich, denn mit dieser CPU führt Apple einen sehr leis­tungsfähigen 64-Bit-Chip ein, der mehr als vier Gigabyte RAM adressieren kann. Das ist für Notebooks oder Desktop-Macs längst ein Muss. Ob die Leistung allerdings ausreicht, um Profi-Software wie Final Cut Pro X, Logic Pro X oder Aperture zufriedenstellend anzutreiben, ist fraglich. Hier hat Intel nach wie vor mit seiner Core-Architektur in puncto Leistung die Nase vorn.Ein weiterer Punkt wiegt jedoch noch schwerer: Sämtliche Programme für OS X wären inkompatibel zur ARM-Architektur. Zwar könnte Apple OS X selbst und seine eigenen Programme wie iLife, iWork und die Profi-Programme Final Cut, Logic und Aperture relativ flott anpassen, aber alle anderen Programme würden nur laufen, wenn die Entwickler sie auf die neue CPU hin anpassen – und das braucht seine Zeit.

Broadwell – Intel liefert Einblicke

Die Integration Intels aktueller CPU-Architektur „Haswell“ hat Apple Mitte 2013 begonnen und Ende 2013 so gut wie abgeschlossen. Apple war diesmal gleich von Anfang an dabei. Die 2013er-Generation des Macbook Air kam im Juni auf den Markt und war eine der ersten mit Haswell-Chips überhaupt.

Für Mitte 2014 gibt Intel eine Aussicht auf überarbeitete Haswell-Chips. Sie werden vermutlich mit höheren Taktfrequenzen kommen. Den Nachfolger mit den Codenamen „Broadwell“ kündigt Intel erst für das 4. Quartal 2014 an. Damit könnte Apple den Produktzyklus halten und im Oktober neue Macs mit Broadwell-Architektur zeigen.
Boadwell ist eine Weiterentwicklung von „Haswell“. Die wesentliche Veränderung wird der neue Fertigungsprozess mit 14 Nanometern Strukturbreite sein (Haswell: 22 Nanometer). Dadurch werden die Chips kleiner, brauchen weniger Strom und bleiben kühler.
Als Folge davon könnte Intel entweder die Taktfrequenzen erhöhen oder mehr Funktionen auf dem Chip unterbringen. Wir tippen auf Letzteres, denn mit einem neuen Grafikkern „Iris Pro GT3“ sollen die Broadwell-Chips abermals deutlich mehr Grafikleistung bekommen. Die Rede ist von 80 Prozent mehr Speed im Vergleich zum aktuellen Haswell-Design mit Iris-Pro-Grafik.


Daher bleibt Intel auch 2014 Apples CPU-Lieferant für Macs. Mitte des Jahres, etwa zur Zeit der WWDC rechnen wir mit überarbeiteten Modellen bei Macbook Air und Macbook Pro Retina. Diese bekommen allerdings nur einen Speed-Bump spendiert, bleiben also technologisch noch auf der Haswell-Plattform. Erst Ende 2014 steht mit Broadwell die Nachfolge-Technologie von Intel bereit. Im Oktober oder im November könnte es daher neue Macbooks geben, darunter eventuell auch erste Macbook-Air Modelle mit einem Retina-Display.

Der 4K-iMac kommt

Spätestens seit der IFA 2013 geistern die Zauberworte „4K“ oder „Ultra-HD“ durch die Szene. Diese Technik vervierfacht die Pixelanzahl von Fernsehern und Monitoren im Vergleich zu Full-HD. Statt 1920 mal 1080 Punkte stellen 4K-Geräte also 3840 mal 2160 Punkte dar. Die ers­ten 4K-Fernseher stehen bereits in den Läden und sind vereinzelt auch schon in trendigen Wohnzimmern gesichtet worden. Im Moment bekommt man allerdings nur ein paar Demofilme in dieser Auflösung zu sehen. Ein 4K-fähiges Trägermedium wie beispielsweise eine Bluray-4K ist ebenfalls noch nicht in Sicht. Doch der Druck auf die Anbieter von 4K-Inhalten wird stetig größer.

Apple wird in diesem Jahr erstmals 4K-Displays auf den Markt bringen. Ein Thunderbolt-Display mit 4K-Auflösung wäre die ideale Ergänzung zum Mac Pro.
Vergrößern Apple wird in diesem Jahr erstmals 4K-Displays auf den Markt bringen. Ein Thunderbolt-Display mit 4K-Auflösung wäre die ideale Ergänzung zum Mac Pro.
© Apple

Apple hat mit dem Mac Pro die ideale Maschine vorgestellt, die mit 4K-Inhalten umzugehen weiß – zumindest von der Seite der Inhalte-Schaffenden her. Allerdings fehlt Apple ein passendes Display im Programm, hier setzt man weiter auf Drittanbieter. Das wird sich in diesem Jahr ändern. Neben einem 4K-Thunderbolt-Display in 24 oder 28 Zoll wird Apple auch einen 4K-fähigen iMac auf den Markt bringen. Als Top-Modell dürfte dieser iMac seinen Weg an viele  Videoschnittplätze finden.

Doch auch der ambitionierte Hobby-Videofilmer könnte mit diesem Mac liebäugeln. 4K-fähige Videokameras werden bis Ende des Jahres immer preisgünstiger und spätestens 2015 im Massenmarkt ankommen.

Mac Pro

Der Mac Pro soll Profis ansprechen, die abeiten aber in der Regel mit zusätzlicher Peripherie, oft in Form von PCI-Express-Steckkarten. Ein externes PCIe-Gehäuse im Mac-Pro-Design käme da genau richtig.
Vergrößern Der Mac Pro soll Profis ansprechen, die abeiten aber in der Regel mit zusätzlicher Peripherie, oft in Form von PCI-Express-Steckkarten. Ein externes PCIe-Gehäuse im Mac-Pro-Design käme da genau richtig.
© Apple

Der neue Mac Pro ist erst seit ein paar Wochen auf dem Markt, zumindest theoretisch. Derzeit gibt Apple Bestellern des Mac Pro den Februar als Auslieferungstermin an. Es ist unwahrscheinlich, dass ihn Apple im Jahr 2014 gleich wieder überarbeitet oder erneuert. Das Potenzial dieses High-End-Mac ist noch lange nicht ausgereizt. Apple könnte den Mac Pro in diesem Jahr etwa mit neuer, externer Peripherie unterstützen. Dazu gehört in erster Linie ein 4K-Thunderbolt-Display, aber auch eine externe PCIe-Box im Mac-Pro-Design wäre eine passende Ergänzung. Damit ließen sich PCI-Steckkarten, wie sie hauptsächlich im professionellen Bereich genutzt werden (Audio/Vi­deo-Karten) am neuen Mac Pro ver­wenden. Für eine Integration in bestehende Audio-Studios oder Videoschnittplätze wäre das unverzichtbar.

Fazit

Das Jahr 2014 wird wieder ein spannendes Mac-Jahr werden. Wir freuen uns auf einen neuen Mac Mini, schnellere Macbooks, einen 4K-iMac und Macbook-Air-Modelle mit Retina-Display. Jetzt muss sich Apple nur noch an diese Roadmap halten und den Wünschen der Anwender folgen.

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