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Mac-Expo weiter auf Kurs

28.03.2003 | 09:59 Uhr |

Die Deutsche Mac-Messe ist nicht von der Absage der Macworld Expo New York und der Verschiebung der WWDC betroffen, erklären die Veranstalter im Macwelt-Interview.

Gerade haben Apple und IDG, der bisherige Veranstalter der US-amerikanischen Macworld Expos in San Francisco und New York bekannt gegeben, dass es in diesem Sommer keine Macworld Expo mehr in New York geben wird. Statt dessen haben IDG und Apple mit der "Create" eine neue Veranstaltung ins Leben gerufen, die sich an Designer und Publisher sowie professionelle Anwender in den Bereichen Audio und Video wendet.
Was diese Absage für die deutsche Mac-Expo bedeutet, hat uns Daniel Pein, Projektverantwortlicher Mac-Expo beim deutschen Ausrichter K+S, beantwortet:

Macwelt:

Bedeutet diese Absage Ihrer Einschätzung nach ein Ende des Macworld-Expo-Konzeptes?

K+S:

Die Verhältnisse des US-Marktes für das Mac-Umfeld sind mir weniger vertraut, als die bei uns. In Deutschland wurde die letzte Macworld 1998 veranstaltet. Der Veranstalter hatte mit der Entscheidung, keine weitere Macworld in Deutschland durchzuführen, damals auf Entwicklungen im Markt reagiert. Eine Messe vorübergehend nicht oder gar nicht mehr zu veranstalten ist immer eine strategische Entscheidung. Grundlegend dafür sind zuerst - aber nicht ausschließlich - die Erfolge der Messe, die alle drei einfahren müssen: Aussteller, Veranstalter und Besucher. Ein marktgerechtes Messekonzept muss sich natürlich und gerade nach dem Faktor Erfolg ausrichten. Das bedeutet, man muss ständig mit der Industrie im Gespräch bleiben, man muss die Trends bei den Anwendern erkennen und manches mehr. Wer das nicht tut, muss damit rechnen, dass sich sein Messekonzept als unflexibel erweist. Anpassungen können sich auch in Namensänderungen ausdrücken.

Macwelt:

Hat diese Entscheidung Auswirkungen auf die deutsche Mac-Expo, wird die Messe möglicherweise auch abgesagt oder umbenannt?

K+S:

Entscheidungen dieser Art haben immer Auswirkungen in der Messewirtschaft; auch und gerade in den Messebereichen, wo es Wettbewerb gibt. Mac-Expo hat sein Konzept der Industrie in Deutschland vorgestellt und es auf ihre Ansprüche hin ausgerichtet. Die Marktunterschiede zwischen den Ländern (z.B. USA, Frankreich, England und Deutschland ) wurden hierbei schon im Konzept der Mac-Expo berücksichtigt. Unsere Schwerpunkte bei der Organisation liegen deswegen auch in der Gestaltung des Rahmenprogramms und beim Besuchermarketing. Da unser Veranstaltungskonzept von den ausstellenden Unternehmen getragen wird und sich jetzt schon immer mehr professionelle Anwender für das Rahmenprogramm interessieren, gibt es derzeit keinen Grund, die Mac-Expo abzusagen oder umzubenennen.

Macwelt:

Wie sinnvoll schätzen Sie die neue Ausrichtung ein? In Deutschland gab es ja mit der DigiMedia schonmal einen ähnlichen Ansatz, der gescheitert ist.

K+S:

Ich kann nur vermuten, dass sich IDG World Expo und Apple intensiv beraten haben; sie haben dabei neue Erkenntnisse über die Anwenderseite gewonnen und sind zu diesem Schritt gelangt. Sie werden ihre Erfahrungen und Zielvorstellungen miteingebracht haben und man wird sehen, wie sich CREATE entwickelt.
DigiMedia war vielleicht aus ähnlichen Überlegungen entworfen worden, hatte aber 1999 andere Marktvoraussetzungen: Denken Sie beispielsweise nur an die Entwicklung der 'New Economy' und der sich daran anschließende Boom der Internetmessen in Deutschland. digiMedia hatte diese neue Entwicklunng nur unzureichend beachtet. Schon aus diesem Grund kann man die Entstehung der CREATE N.Y. und der DigiMedia Düsseldorf nicht vergleichen.

Macwelt:

Was bietet die Mac-Expo für die oben genannten Besuchergruppen?

K+S:

Unsere Aussteller und Sponsoren werden die aktuellen Anwendungen und Lösungen präsentieren. Darüber hinaus sprechen wir die professionellen Anwender gezielt mit einem umfangreichen Seminar- und MasterClass-Programm an, in dem Themen zu Apple-Technologien und Anwendungen intensiv und von Experten behandelt werden. MasterClasses sind 'Hard-Workshops', 3-stündig, kostenpflichtig und da geht es derzeit um Mac OS X Admin, Creating Music, Final Cut Pro, Video Production und weitere Themen, die auch von den Ausstellern eingereicht werden.

Macwelt:

Die Create ist ja nun keine klassische Messe mehr, sondern eher ein Kongress mit Vorträgen, Workshops usw. Planen Sie ähnliche Aktivitäten?

K+S:

Unser Messekonzept hatte von Anfang an den professionellen Anwender im Fokus. Den erreichen wir nur, wenn wir es ihm ermöglichen, sich beispielsweise weiterzubilden und in einem sehr intensiven Umfeld Antworten auf seine individuellen Fragen zu bekommen. Mac-Expo bietet genau das: Ausstellung und Seminar-/MasterClass-Programm. In England läuft das Konzept mit Erfolg schon seit 3 Jahren und in Deutschland fangen wir dieses Jahr damit an.

Macwelt:

Eine letzte Frage: Apple hat die Weltweite Entwicklerkonferenz, auf der das nächste große Update des Mac-OS vorgestellt werden wird, verschoben, und zwar genau auf den Messetermin der Mac-Expo Deutschland. Erhoffen Sie sich von dem Zusammentreffen Impulse für die Messe in Deutschland?

K+S:

Dazu kann ich heute noch keine abschließende Einschätzung geben. Sicherlich werden Nachrichten von der WWDC auch auf der Mac-Expo diskutiert werden und das kann für interessanten Gesprächsstoff sorgen.

Info K+S

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