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Der neue Mac Mini im Detail

16.06.2010 | 10:53 Uhr |

Apple hat am Dienstag ein wenig überraschend einen neuen Mac Mini vorgestellt. Mehr als nur Produktpflege sind die Neuerungen, Apple hat wesentliche Dinge verändert. Unsere Kollegen der Macworld hatten schon einen neuen Mac Mini in den Händen.

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Seit der Premiere des Mac Mini im Januar 2005 hatte Apple den Formfaktor des Einsteiger-Macs kaum verändert. In den letzten Jahren war es still um den Rechner geworden, der seinerzeit als Lockangebot für Windows-geplagte PC-Anwender auf der Bildfläche erschien. Man solle Monitor, Tastur und Maus der PC-Anlage ruhig weiter verwenden und nur den PC durch einen Mac ersetzen, lautete das von einem Kampfpreis von 500 Euro begleitete Angebot. Derartige Angebote hat Apple fünf Jahre später nicht mehr nötig, der Mini ist zu einem vollwertigen Mac für bestimmte Einsatzzwecke geworden. Das merkte man nicht zuletzt am höheren Preis. Im Herbst 2009 hatte Apple mit dem Mac Mini Server die Modellpalette um einen Mini ohne optisches Laufwerk, dafür mit zweiter Festplatte und Mac-OS X 10.6 Server erweitert. Nicht mehr experimentierfreudige Mac-Neulinge rücken in das Visier, sondern erfahrene Mac-Besitzer, die entweder einen neuen Zweitrechner für alte Peripherie suchen, einen Medienserver oder gar einen Server für kleine Unternehmen.

Mit der Inkarnation von 2010 geht Apple den eingeschlagenen Weg weiter. Mit einem Preis von 699 US-Dollar für das nun einzige Mini-Modell kann man auch nicht mehr von einem Kampfpreis sprechen. Bis dato war der Mini in der Grundausstattung für 599 US-Dollar zu haben, eine erweiterte Fassung kostete 799 US-Dollar. Der deutsche Preis von 809 Euro erklärt sich durch die hierzulande fällige Urheberrechtspauschale und die in die US-Preise nicht eingerechnete Mehrwertsteuer. Zu allem Überfluss hat der Euro deutlich an Wert verloren und zeigt wenig Perspektiven für eine rasche Erholung, weswegen die einfache Gleichung "US-Preis in Dollar" = "Euro-Preis inkl. MwSt.", die lange Jahre Bestand hatte, nun nicht mehr gilt. Der Preis für die Servervariante blieb in den USA bei 999 US-Dollar, in Deutschland kostet sie 1150 Euro.

Mac Mini im Detail: Neue Schnittstellen

Unsere Kollegen der Macworld hatten bereits Gelegenheit, einen Mac Mini 2010 näher zu betrachten. Natürlich fällt der Formfaktor des Aluminiumgehäuses als erstes ins Auge, der Mini ist deutlich flacher geworden, nimmt aber mehr Standfläche ein. Insgesamt ähnelt der Mini von 2010 der Apple TV mehr als seinen Vorgänger. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Mac Mini hat nun wirklich das Potential, die Apple TV als "iPod für das Wohnzimmer" abzulösen. Im Gegensatz zur Apple TV verfügt der Mini über ein Superdrive und damit einem DVD-Player, die Festplatte ist mehr als dreimal so groß und sollte ausreichend Musik und Filmen Platz bieten. Leider ist der Preis auch deutlich höher als der der Apple TV, doch besagen Gerüchte, Apple wolle seinen Mediaplayer in Zukunft durch ein reines Streaming-Gerät ohne Festplatte ersetzen. Der Vergleich Apple TV vs. Mac Mini wäre dann nicht mehr statthaft, zumal der Mini mit zusätzlicher Hard- und Software von Elgato oder Equinux auch noch als Festplattenrekorder im Wohnzimmer dienen könnte.

Anders als der Vorgänger lässt sich der neue Mac Mini auch problemlos an HDTV-Fernseher anschließen, ohne Adapter, ohne Trennung von Bild- und Ton-Übertragung. Was Front Row gegenüber dem Betriebssystem der Apple TV jedoch noch fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit im iTunes Store. Denkbar ist aber, dass Apple Front Row derart nachrüsten wird, wenn sich Mac Mini und Apple TV in der Funktion nicht mehr so stark überschneiden. Auf den Mac Mini als Bluray-Player muss man aber weiter verzichten. Für HD auf dem Mac hält Apple den Weg über den iTunes Store nach wie vor für den einzig gangbaren.

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