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Mac-OS X 10.1 im Test

05.10.2001 | 00:00 Uhr |

Das Versprechen ist eingelöst. Apple liefert das erste große Update für Mac-OS X aus. Version 10.1 erweist sich in unseren Tests als schnell und stabil, der Funktionsumfang lässt ebenfalls nichts mehr zu wünschen übrig

Der Finder als das Sorgenkind unter den Carbon-Programmen mausert sich auch in Sachen Geschwindigkeit. In unseren Tests macht die Kommandozentrale unter iMacs wie G4-Rechnern einen soliden, flotten Eindruck. Menüs klappen ohne Wartezeit auf, Kopiervorgänge laufen zügig und ohne kurzzeitiges Einfrieren des Systems ab und der Fensteraufbau ist in jeder der drei Darstellungsvarianten des Finders ausreichend schnell.
Dass Programme laut Apple-Werbung "schneller als Sie für die Arbeit bereit" sein sollen, können wir allenfalls für sehr schnelle Power Macs mit hohen Prozessortaktraten oder zwei CPUs unterschreiben. So springt beispielsweise das Symbol "Systemeinstellungen" fünfmal im Dock eines Power Mac G4 mit 400 MHz auf und ab, bis der Anwender ein Modul auswählen kann. Andererseits genügen dem berüchtigten Spätstarter iTunes plötzlich zwei Hüpfer zum Aufwachen.
Viel wichtiger als Echtzeitfenster und blitzartig startende Applikationen ist im Alltag, dass häufig benutzte Prozesse reibungslos nebeneinander ablaufen. Es ist Apple gelungen, das Multitasking des Systems so weit zu optimieren, dass systemweite Stillstände nur noch im Falle des Absturzes eines Programms auftreten. Der Finder reißt nicht länger die gesamte Prozessorleistung an sich, wenn er lediglich etwas kopieren soll, die iDisk baut ihr Fenster dank Web DAV in aller Ruhe im Hintergrund auf und das Dock ist stets ruckelfrei verfügbar.

CD-Recording und DVD-Playback
Apple hat viel Kritik dafür einstecken müssen, dass Steve Jobs unentwegt vom Macintosh als dem "Digital Hub" sprach und Mac-OS X nicht in der Lage war, CDs zu brennen oder DVDs abzuspielen. Dieser Widerspruch ist nun aus der Welt, nachdem Disc Burner und Apple DVD Player mitgeliefert werden.
Während sich Disc Burner wie unter Mac-OS 9.x präsentiert, nämlich in Form eines im Finder als beschreibbares Volume gemounteten CD-R/CD-RW-Mediums sowie des Finder-Menübefehls (oder Fenster-Symbolleistenmoduls) "CD brennen…", fällt der Auftritt von DVD Player spektakulärer aus. Das Multimediaprogramm profitiert von den Multitasking-Fähigkeiten des Systems und bremst seine Nachbarn nur unmerklich aus. Dennoch sollte ihm der Hauptteil der Aufmerksamkeit zukommen. Wer nebenher Programme startet, Dateien sichert oder an den Systemeinstellungen arbeitet, den bestraft der Player derzeit noch mit einem Absturz. Der aus dem klassichen Mac-OS gewohnte "Puck" ist einer Aqua-gerechten Konsole im Aluminium-Finish gewichen, die neben einem Schieberegler für die Laustärke eine Bedienung für die DVD-Menüs und Buttons für unter anderem Tonspur-, Blickwinkel- und Untertitelwechsel bietet.

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